06.09.2007 15:02 |

Hairspray-Metal

Guitar Hero Rocks The 80s

Die 80er waren - zumindest in musikalischer Hinsicht - eine wilde Zeit. Lange Zottelmähnen, grelle Frottee-Stirnbänder, Leggins und schriller Kastratengesang prägten diese Zeit. Nach Sonys "SingStar 80s" huldigt nun mit "Guitar Hero Rocks The 80s" auch Spieleschmiede Red Octane dieser Epoche.

Allerdings scheinen sich die Macher nicht ganz einig gewesen zu sein, ob man denn nun einen eigenständigen Titel oder doch lieber ein AddOn auf den Markt bringen möchte. Das Problem an "Guitar Hero Rocks The 80s": Für einen neuen Titel bietet das Spiel schlichtweg zu wenig Neuigkeiten, für ein AddOn könnten es hingegen ein paar Titel mehr vertragen und der Preis zudem günstiger sein.

Doch der Reihe nach: Wie bereits bei "Guitar Hero 2" gilt es sich über zahlreiche Bühnen an die Spitze des Rockolymps zu spielen. Wer seinen Job gut macht, das Rock-O-Meter stets im grünen Bereich und das Publikum so bei Laune hält, spielt neue Bühnen und Songs frei. Da das Ganze zu zweit wesentlich lustiger ist, können sich im Koop-Modus zwei Spieler zwischen Lead- und Rhythmusgitarre sowie Bass entscheiden und gemeinsam in die Saiten greifen.

Auch "Guitar Hero Rocks The 80s" bleibt diesem Konzept treu - und genau das ist das Problem: Zwar hat man sowohl Menüoberfläche und Bühnen, ja sogar einige Outfits und Gitarren-Lackierungen geringfügig dem Stil der 80er angepasst, in punkto Spielverlauf hat sich jedoch nichts verändert. Auch auf Bonus-Videos, wie man sie aus "Guitar Hero 2" noch gewohnt war, oder -Songs am Ende der Karriere muss der Spieler verzichten.

Nächster Knackpunkt: die Songs. 30 Stück an der Zahl finden sich auf "Guitar Hero Rocks The 80s", darunter überwiegend Vertreter der Kategorie "Hairmetal". Die ganz großen Namen und bekannten Ohrwürmer dieser Epoche sucht man jedoch vergebens - etwa einen Bon Jovi oder Van Halens "Jump". Erschwerend hinzu kommt, dass viele der Songs nicht im Original, sondern nur in einer nachgespielten Version vorliegen.

Die Grafik ist auch dieses Mal nur wieder unterstützendes Beiwerk, welches dank greller Farben aber durchaus den Geist der 80er-Jahre zu vermitteln weiß. Dennoch wäre es schön gewesen, wenn man zum Beispiel von Grund auf neu gestaltete Bühnen, Charaktere und Co. ins Spiel integriert hätte. Beim Sound macht das Spiel - von der Tatsache, dass es leider nur wenige Originale ins Spiel geschafft haben, einmal abgesehen - hingegen wieder alles richtig. Vor allem unter Zuhilfenahme der speziellen Gitarren-Controller entsteht im Nu wieder die gewohnt packende Rock-Atmosphäre.

Fazit: "Guitar Hero Rocks The 80s" richtet sich an alle Fans der 80er, die dringend neues Songfutter benötigen. Außer den 30 eher mäßig bekannten Titeln bietet das Spiel jedoch zu wenig, um als eigenständiger Titel durchgehen zu können. Dennoch: Atmosphäre und Gameplay stimmen

Plattform: PS2
Publisher: Activision
Krone.at-Wertung: 79 %

Die Songs im Überblick:
Caught in a Mosh  (bekannt durch Anthrax) 
Balls to the Wall (bekannt durch Accept) 
Electric Eye (von Judas Priest) 
Los Angeles (bekannt durch X) 
Police Truck (bekannt durch Dead Kennedys) 
We Got the Beat (bekannt durch The Go Go’s) 
(I Think I’m) Turning Japanese (bekannt durch Vapors) 
Seventeen (bekannt durch Winger)  
Because, it’s Midnite (von Limozeen) 
Hold On Loosely (bekannt durch .38 Special) 
No One Like You ( bekannt durch Scorpions) 
Only a Lad (bekannt durch Oingo Boingo) 
Ballroom Blitz (bekannt durch Krokus) 
The Warrior (von Scandal) 
What I Like About You (bekannt durch The Romantics) 
Wrath Child (bekannt durch Iron Maiden)  
I Wanna Rock (von Twisted Sister) 
I Ran (von Flock of Seagulls) 
Round and Round (bekannt durch Ratt) 
Metal Health (bekannt durch Quiet Riot) 
Holy Diver (bekannt durch Dio) 
Heat Of The Moment (bekannt durch Asia) 
Radar Love (bekannt durch White Lion) 
18 and Life (bekannt durch Skid Row) 
Bathroom Wall (bekannt durch Faster Pussycat) 
Lonely is the Night (bekannt durch Billy Squier) 
Nothing But a Good Time (bekannt durch Poison) 
Play With Me (bekannt durch Extreme) 
Shaken (bekannt durch Eddie Money) 
Synchronicity II (bekannt durch The Police)

von Sebastian Räuchle

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