Do, 16. August 2018

Große Nachteile

24.08.2007 19:03

So will Brüssel Voest schröpfen

400 Millionen Euro Umweltkosten pro Jahr will die Linzer Voest nicht zahlen, zumal ihre schärfsten Konkurrenten in Nord- und Westeuropa wettbewerbsverzerrend verschont bleiben. Deshalb fordert nun auch Oberösterreichs Landeshauptmann weltweit vereinheitlichte Umweltauflagen, um den Standort Linz nicht zu gefährden.

Voest-Generaldirektor Dr. Wolfgang Eder drohte „besorgt“, die neue Kokerei, drei Hochöfen und Hunderte Arbeitsplätze in ein Umweltschutz-Billigland zu verlegen. „Das Problem liegt aber nicht bei der Politik in Linz, sondern in Wien und Brüssel“, stellte der Chef von 25.000 Mitarbeitern in einem „Krone“-Exklusiv-Interview klar: So sei am 14. Juli ´06 auf Ministerebene vereinbart worden, dass die Voest für 800.000 Tonnen ihrer insgesamt elf Millionen Tonnen an CO2-Ausstoß pro Jahr 16 Millionen Euro Strafe zahlen solle. Dann wurden die Mengen stillschweigend in Wien und Brüssel erhöht, sodass nun laut Preisprognosen 60 bis 100 Millionen zu blechen wären - also gut das Sechsfache!

„Weil unser Vorschlag in Brüssel korrigiert und zurückgeworfen worden ist“, sagt der Sprecher des Umweltministers, dass man der Voest zuerst mehr CO2-Zertifikate gratis zugeteilt hätte, als sie gebraucht habe: „Eine Art Subvention, obwohl die Politik für große Konzerne nicht ,Wünsch dir was´ spielen kann.“

Die Voest glaubt aber, dass fast alle Belastungen „unfair“ der Industrie aufgebürdet wurden, um den Verkehr und Private zu schonen. „Jeder muss seinen Beitrag leisten, weil alle den Klimaschutz wollen“, sagt dazu Umweltminister Josef Pröll (VP).

 

 

Foto: voestalpine

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.