Di, 21. August 2018

Heftige Diskussion

19.08.2007 20:59

Voest-Chef macht Linz Sorgen

Die Drohung des Voest-Chefs, dass ihn die steigenden Umweltauflagen zur Absiedlung von Hochöfen und Arbeitsplätzen zwingen, macht auch dem Linzer Finanzstadtrat berechtigte Sorgen: „Sollten Sie Teile der Produktion nach China verlegen, werden nicht nur zusätzliche Transport- und Logistikkosten, sondern auch Qualitätsprobleme entstehen“, warnt Johann Mayr (SPÖ) Wolfgang Eder in einem achtseitigen Brief.

Der Manager habe den Politiker mit der Aussage „erstaunt und enttäuscht“, dass die um 33 Prozent gestiegenen Umweltkosten von jährlich 400 Millionen Euro die geplanten Gesamtinvestitionen von zwei Milliarden Euro in Linz gefährden könnten. Den Sager, der Voest werde durch die Politik jede Perspektive genommen, lässt Mayr ebenso wenig gelten wie Eders Polemik, die Politik sei eine Belastung für ein Unternehmen, das im freien Wettbewerb steht: „Die Krise der Verstaatlichten wurde ja nicht so sehr durch den Eigentümer, sondern durch einige Manager und deren Spekulationen ausgelöst“, erinnert der Finanzstadtrat den Generaldirektor.

Abschließend zitiert Mag. Dr. Mayr den Münchner Soziologen Prof. Dr. Beck: Manager würden zwar Betriebe und Verwaltungen nach Asien auslagern, aber ihre Kinder in öffentlich finanzierte europäische Spitzenuniversitäten schicken. Für sich selbst all die teuren politischen, sozialen und zivilen Grundrechte in Anspruch nehmen, deren öffentliche Finanzierung sie torpedieren: „Darf man erfahren, wo sie und ihre Kinder leben werden, wenn Staat und Demokratie in Europa nicht mehr finanzierbar sind?“

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl verteidigt aber den „Hilferuf“ des Voest-Chefs, der auf eine Milliarde Euro Gewinn stolz sein kann: Jeder verantwortungsvolle Manager müsse auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit hinweisen. „Umweltschutz ja, Vorreiterrolle ja, aber nicht so übertreiben, dass man in Schönheit stirbt.“

 

 

 

Foto: voest

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.