Fr, 20. Juli 2018

5.000 weltweit

18.08.2007 12:47

Kinderporno-Ring: 46 Fälle in Österreich

Die Spur eines in Deutschland zerschlagenen Internet-Kinderporno-Rings führt auch nach Österreich. Unter den weltweit rund 5.000 Verdächtigen sind laut Bundeskriminalamt 46 Österreicher, wie am Freitag bekannt wurde. Unter ihnen befinden sich ein Allgemeinmediziner, ein Nachwuchsfußballtrainer und ein Erzieher, sagte Innenminister Günther Platter (V). Unterdessen wurde bekannt, dass ein Oberst des Bundeskriminalamts wegen Kinderporno-Verdachts suspendiert worden ist.

Im Zuge einer vorherigen Ermittlung im Kinderporno-Milieu haben die Ermittler nun bestätigt, dass ein Oberst des Bundeskriminalamtes unter Verdacht steht, kinderpornografisches Material auf seinem Computer gesammelt zu haben. Der Oberst ist bereits suspendiert worden.

Durch die Auswertung der IP-Adressen gelangten die Ermittler zu den Usern. Im Zuge von Hausdurchsuchungen wurden Computer, Sticks und DVDs beschlagnahmt, die Sichtung der Daten durch Datensicherungsgruppen der jeweiligen Landeskriminalämter war vorerst noch nicht beendet. Die Einvernahmen der Verdächtigen sind laut Bundeskriminalamt abgeschlossen, die 46 Personen im Alter von 16 bis 67 Jahren wurden auf freiem Fuß angezeigt.

17 Verdächtige stammen aus Wien, acht aus Oberösterreich, sechs aus Niederösterreich, fünf aus der Steiermark, je drei aus Kärnten und Tirol, zwei aus Salzburg sowie je einer aus dem Burgenland und Vorarlberg. Platter sah sich durch diese Ermittlungsergebnisse in seinen Plänen zum Aufbau einer Sexualstraftäterdatei bestärkt.

Die deutsche Polizei ermittelte weltweit fast 5.000 Verdächtige. Allein in Deutschland forschte das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) über 700 Verdächtige aus, die entsprechendes Material im Internet abgerufen und angeboten haben. Es gab bereits mehrere Festnahmen.

Auch Kinderporno-Produzenten ausgeforscht
LKA-Präsident Klaus Hiller sagte, es seien teilweise über Jahre andauernde Kindesmissbrauchshandlungen sowie Produzenten von Kinderpornografie ausgeforscht worden. Ein 32-Jähriger aus dem Kreis Kamenz in Sachsen habe mehrere sexuelle Fälle an Kindern und Jugendlichen gestanden. Bei dem Mann seien 39.000 Bilddateien mit kinderpornografischen Abbildungen und eine Vielzahl von CDs und DVDs mit selbst aufgenommenen Kinderpornos sicher gestellt worden. Der Mann sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Ein 35-Jähriger, der berufsbedingt Kinder mit posttraumatischen Belastungsstörungen nach sexuellem Missbrauch betreute, geriet ebenfalls in das Visier der Fahnder. Bei ihm seien Bilder mit gequälten Säuglingen sicher gestellt worden, berichtete Hiller.

Internetdienstanbieter erstattete Anzeige
Auslöser des Verfahrens bei der Staatsanwaltschaft Konstanz sei die Strafanzeige eines in Baden-Württemberg ansässigen Internetdienstanbieters gewesen, weil dessen Internetforen zum Tausch von Hunderten kinderpornografischen Dateien benutzt wurden. Es handelte sich um eine allgemein zugängliche Plattform.

Die Daten zu den ausländischen Computeradressen wurden zur weiteren Identifizierung an Strafverfolgungsbehörden auf der ganzen Welt weitergegeben. Allein in die USA wurden 27 Aktenordner an Beweismaterial versandt.

Symbolbild; Foto: Andi Schiel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.