11.10.2002 16:39 |

Krebs

Überlebenschancen höher als erwartet

Die Überlebenschancen bei Krebs sind einem Heidelberger Forscher zufolge mittlerweile deutlich höher als bislang angenommen. 15 bis 20 Jahre nach einer Krebsdiagnose seien mehr als die Hälfte der Betroffenen noch am Leben, so Hermann Brenner vom Deutschen Zentrum für Alternsforschung in Heidelberg. Bislang seien Ärzte von einer durchschnittlichen Überlebensrate aller Krebsarten von nur etwa 40 Prozent ausgegangen.
Für Menschen mit Hoden- oder Schilddrüsenkrebserrechnete Brenner eine fast 90-prozentige Überlebenschancefür die ersten 20 Jahre nach der Diagnose. Bei Haut- undProstatakrebs liegt die Rate bei mehr als 80 Prozent, bei Blasenkrebsnahe bei 70 Prozent. Die Diagnose Brustkrebs überleben 65Prozent der Patienten mindestens 20 Jahre lang. Bei Gebärmutterhalskrebsbeträgt die Überlebenschance 60 Prozent, bei Dickdarm-,Eierstock- und Nierenkrebs rund 50 Prozent.
 
"Nur Mut!"
Für seine Analyse nutzte Brenner Daten aus demUS-amerikanischen Krebsregister, die er mit einem neuen mathematischenVerfahren auswertete. Diese Methode stütze sich auf Datenfestgelegter Zeitabschnitte und erlaube eine aktuellere Abschätzungder Überlebenschancen, erläutert "Lancet". Die bisherigenSchätzungen hätten die Fortschritte in der Medizin nichtausreichend berücksichtigt, erklärt Brenner die zu pessimistischenkonventionellen Prognosen. Die jetzt errechneten Überlebenschancenkönnten Betroffenen helfen, sich von der Diagnose "Krebs"nicht vorschnell entmutigen zu lassen.
Freitag, 07. Mai 2021
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