Mi, 18. Juli 2018

"Bauernaufstand"

14.08.2007 22:17

Dutzende Landwirte rufen zu Milch-Lieferboykott auf

Jetzt proben immer mehr Bauern in Österreich den Aufstand gegen ihre Molkereien! Nachdem sich schon 6.000 Landwirte zur gerechteren Vermarktung ihrer Milch verbündet haben, wollen auch Bauern in der Obersteiermark "das Joch des Preisdiktats" abwerfen: Dutzende Rebellen drohen sogar mit einem Lieferboykott.

"Die Futtergerste, der Diesel für unsere Traktoren - alles ist in den letzten Jahren teurer geworden. Beim Milchpreis hat sich für uns aber nicht viel getan", sagt der junge Bergbauer Thomas Rieberer aus Murau.

Schon kursieren selbst auf den abgelegensten Höfen in der Obersteiermark Unterschriftenlisten, und auch ein Boykottaufruf liegt längst in der Luft. Unmissverständlich fordern die erbosten Landwirte von ihrem Abnehmer, der Obersteirischen Molkerei, ab 1. September eine "Anhebung des Basismilchpreises auf 37 Cent pro Kilo". Rieberer: "Bis Jahresende muss ein Angebot von 40 Cent auf dem Tisch liegen, sonst werden wir eben keine Milch mehr in die Zentrale nach Knittelfeld liefern."

Dass es auch anders geht, beweisen die Milchverarbeiter in Deutschland. Genau dorthin wollen die steirischen Rebellen demnächst wechseln. "Bei den bayrischen Molkereien sehen die Bauern von der derzeitigen Preissteigerung sechs Cent mehr. Es kann doch nicht sein, dass die österreichischen Konsumenten einen so hohen Milchpreis zahlen müssen und wir hier am Hof von diesen Teuerungen nichts haben", so Rieberer.

Bereits 6.000 Landwirte der "IG-Milch" angeschlossen. Unter dem Namen "Faire Milch" verarbeiten und verkaufen sie ihr Lebensmittel von der Kuh selbst. Der Mehrerlös kommt direkt den Bauern zugute...

Von Mark Perry und Barbara Winkler
Symbolbild

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