13.08.2007 14:58 |

"Mäuseproblem"

Staatsanwaltschaft leidet unter Mäuseplage

Eine Mäuseplage macht derzeit der Wiener Staatsanwaltschaft zu schaffen. In einem Trakt im vierten Stock des Straflandesgerichts, in dem die Anklagevertreter untergebracht sind, gehören unfreiwillige Begegnungen mit Nagern in einigen Dienstzimmern inzwischen zum Alltag. "In den letzten Wochen war's so, dass ich fast jeden Tag eine Maus durchs Zimmer flitzen gesehen habe", berichtete eine Staatsanwältin.

Der Sprecher der Anklagebehörde, Gerhard Jarosch, bestätigte das "Mäuseproblem", das seit einigen Wochen für Gesprächsstoff im Haus sorgt: "Offenbar haben sich die Tiere in den Kabelschächten eingenistet." Ein Anfang August beigezogener Kammerjäger habe inzwischen weitgehend Abhilfe geschaffen, berichtete Jarosch. Nun würden allerdings einige Anklagevertreter über den unangenehmen Geruch klagen, der aus den Schächten dringe.

Mäuse "mit Goldfischli gezähmt"
Doch nicht jeder Staatsanwalt fühlte sich von den ungebetenen Besuchern belästigt: Während einige mit einem mehr oder weniger unangenehmen Gefühl am Schreibtisch saßen, soll ein Ankläger zwei Mäuse regelrecht abgerichtet haben. "Er hat sie mit Goldfischli gezähmt!", erzählt man sich. Der Staatsanwalt habe die Tiere regelmäßig mit den Knabbereien gefüttert, sie hätten am Ende für ihn "eine Art Haustierfunktion übernommen".

Mäuse auf freien Fuß gesetzt
Eine derart innige Beziehung wäre einer Staatsanwältin hingegen zu weit gegangen. Da sie als Tierfreundin den Nagern nicht nach dem Leben trachten wollte, errichtete sie in ihrem Büro Lebendfallen. Mehrmals wöchentlich erwischte sie einen der Plagegeister, den sie dann stets nach Dienstschluss gewissenhaft im angrenzenden Ostarrichi-Park auf freien Fuß setzte.

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