Di, 19. Juni 2018

Jugendliche Räuber

13.08.2007 13:26

Haftstrafen für 17-jährige Bankräuber aus Kärnten

Wegen "schweren Raubes" sind am Montag zwei inzwischen 19 Jahre alte Kärntner am Landesgericht Klagenfurt zu teilbedingten Haftstrafen von 24 und 30 Monaten verurteilt worden. Vier beziehungsweise fünf Monate davon wurden unbedingt ausgesprochen. Die beiden Angeklagten hatten im Jahr 2005 im Alter von 17 Jahren zwei Banken in Klagenfurt ausgeraubt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Es dauerte bis zum Februar 2007, ehe es der Kärntner Polizei gelang, die zwei Banküberfälle auf Filialen der Raiffeisen-Bezirksbank in Klagenfurt zu klären, die im Frühjahr 2005 verübt worden waren. Umso größer war die Überraschung, als sich herausstellte, dass die beiden Täter zum Tatzeitpunkt erst 17 Jahre alt waren und aus Kärnten stammen.

42.000 Euro für Mode und Mopeds
"Wir hatten keine extremen Geldsorgen; für das, was wir haben wollten, hatten wir aber zu wenig", erklärte der Erstangeklagte vor dem Jugendschöffensenat. Laut Staatsanwalt Emmerich Plach gaben die Burschen die gesamte Beute - insgesamt 41.995 Euro - für Modebekleidung, Werkzeug, Elektronikartikel und Mopeds aus.

"Wir dachten, das ist nicht so riskant"
Den ersten Versuch, zu mehr Geld zu kommen, starteten die Jugendlichen, indem sie Lotto spielten. Nach einigen erfolglosen Versuchen reifte die Idee, einen Überfall begehen zu können. "Erst haben wir an eine Tankstelle gedacht", erzählte ein Angeklagter. Später sei man zu dem Entschluss gekommen, eine Bank auszurauben. "Wir dachten, das ist nicht so riskant". Die Aussicht auf höhere Beute hätte auch eine Rolle gespielt, räumte der junge Mann ein.

Kassier mit Pistole bedroht
Die Banküberfälle liefen beide Male nach demselben Muster ab. Einer der beiden 17-Jährigen fungierte als Fahrer des Fluchtmopeds, während der zweite in das jeweilige Geldinstitut stürmte und mit vorgehaltener Waffe einen Kassier bedrohte. Laut Anklage wurde beim ersten Überfall eine sogenannte Soft-Air-Pistole, beim zweiten Mal eine Gasdruckpistole verwendet.

Einen dritten Überfall, den der Zweitangeklagte alleine begehen wollte, brach der Jugendliche aber ab, weil er sich von einem Passanten beobachtet fühlte.

Eindeutiges Urteil des Schöffensenats
"Beide kommen aus geordneten Verhältnissen", meinte Strafverteidiger Gunther Huainigg. Der Erstangeklagte konnte auf ein Lehrabschlusszeugnis mit ausgezeichnetem Erfolg verweisen. Sein Vater hat der Bank den entstandenen Schaden inzwischen zurückerstattet.

Das Urteil des Schöffensenats fiel jedoch eindeutig aus. Beide Angeklagten müssen nun zumindest für einige Monate ins Gefängnis. Die zwei Burschen nahmen die Urteile an, Staatsanwalt Plach gab keine Erklärung ab.

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