Mo, 20. August 2018

Schnelles Sterben

09.08.2007 12:58

Riffe verschwinden schneller als Regenwälder

Viel schneller als bisher angenommen sterben Korallenriffe im Indischen und Pazifischen Ozean. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind die Riffe im Indo-Pazifik um jährlich ein bis zwei Prozent zurückgegangen, was in etwa einer Fläche von 1.550 Quadratkilometern entspricht. Damit sterben die Riffe doppelt so schnell wie die tropischen Regenwälder, berichten die Forscher der University of North Carolina (USA).

Nach den jüngsten Forschungsergebnissen hat das Korallensterben schon in den späten 1960er Jahren – und damit um einiges früher als Forscher bisher angenommen haben - begonnen. "Vor 20 oder 30 Jahren waren Riffe mit vielen Korallen sehr häufig", so die Meeresbiologin Elizabeth Selig, die gemeinsam mit John Bruno die Studie durchgeführt hat. Heute gebe es hingegen nur noch sehr wenige Riffe im Indo-Pazifik, die man als unberührt und ursprünglich bezeichnen könne.

Die nun vorliegende Studie ist die erste regional durchgeführte Langzeituntersuchung über den Gesundheitszustand der Indo-Pazifischen Korallenriffe. In diesen beiden Ozeanen leben 75 Prozent der weltweit vorkommenden Korallen - und gemeinsam mit ihnen die größte Zahl von Fischarten. Mehr als 6.000 Unterwasser-Untersuchungen, die zwischen 1968 und 2004 in zehn verschiedenen Subregionen durchgeführt wurden, haben die Wissenschaftler ausgewertet.

Auswirkung des Klimawandels
Korallenriffe werden von den Ökologen häufig als Regenwälder der Ozeane bezeichnet. Das liegt daran, dass sie einerseits eine besonders große Artenvielfalt aufweisen und andererseits ebenso wie die Urwälder von menschlichen Aktivitäten bedroht sind.

"Das große Korallensterben können wir seit einigen Jahrzehnten beobachten", meint auch der Wiener Meeresbiologe Jörg Ott von der Universität Wien. "Den schwersten Einschnitt gab es 1989 während eines starken El-Nino-Jahres. "Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass die Korallenriffe Strukturen sind, die die Küsten schützen", meint Ott. Das gelte insbesondere für jene Regionen, in denen tropische Wirbelstürme auftreten. "Das Korallensterben ist eine der Auswirkungen des Klimawandels", so der Meeresbiologe. (pte)

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