Fr, 20. Juli 2018

¿Romeo und Julie¿

05.08.2007 20:24

Happy End wie in Hollywood

Bei den Donaufestwochen Grein wurde Georg Anton Bendas ernsthafte Oper „Romeo und Julie“ im Innenhof des Schlosses Greinburg mit Verve reanimiert. Nicht nur die Oper von 1776 stand als österreichische Erstaufführung wieder von den Toten auf, auch Julie feiert mit Romeo ein höchst lebendiges Happy End!

Das Trauerspiel mutiert in der Fassung von Bendas Librettisten F. W. Gotter zum hollywoodesken Liebesspiel. Bendas Musik ist originell, macht fröhlich wie etwa im Duett zwischen Julie und ihrer Freundin Laura (Maida Karisik) oder verbreitet schaurig schöne „Don Giovanni“-nahe Momente in dem von der Oboe (Carin van Heerden) initiierten vierstimmigen Trauergesang. Ein wendbares Spielgerüst mit Lebens- und Todesseite genügt völlig in der punktgenauen Inszenierung von Andrea Haupt und den stimmigen Kostümen von Hemma Wisgrill. Kinder der Opernwerkstatt und des Polytechnikums Grein gestalten Bühnenbild und -geschehen mit.

Barbara Kraus gibt eine berührende Julie, die in den lyrischen Kantilenen mit wahrem Stimmzauber anrührt. Maximilian Kiener ist nicht nur ein beweglicher Klettermax, sondern haucht Romeo auch elegantes Stimm- und Spielvermögen ein. Dieter Kschwendt-Michel deckt die Rolle des Vater Capellet perfekt ab, und der 85-jährige Ernst Poettgen amtiert mit natürlicher Autorität in der Sprechrolle des Bruder Lorenzo.

Michi Gaigg sorgt mit ihrem L´Orfeo Barockorchester für einen feingewebt federnden Klangteppich edelster Herkunft. Ein launiger Abend, an dem die Rührung schmunzeln lernt.

 

 

Foto: Anna Maria Brandstätter

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