27.07.2007 12:53 |

F1-Spionageaffäre

Freispruch auf Bewährung für McLaren-Mercedes

Der britisch-deutsche Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes ist in der Spionage-Affäre aus Mangel an Beweisen mit einer Verwarnung davongekommen. Dies gab am Donnerstagnachmittag der Internationale Automobil-Verband (FIA) nach der Verhandlung vor dem FIA-Weltrat in Paris bekannt. Dem Team habe nicht nachgewiesen werden können, dass es sich durch geheime Ferrari-Unterlagen im Besitz des nachträglich entlassenen Chefdesigners Mike Coughlan einen Nutzen verschafft habe. Damit bleiben sowohl die Fahrerwertung als auch die Konstrukteurswertung der laufenden Weltmeisterschaft unverändert.

Der Besitz der 780-seitigen Unterlagen über den aktuellen Ferrari-Formel-1-Boliden F2007 stelle zwar einen Verstoß gegen Artikel 151c der Internationalen Sporting Codes dar, hieß es nach der über fünfstündigen Sitzung. Es gebe aber keine ausreichenden Beweise, dass diese Informationen genutzt worden seien, um die WM nicht den Regeln entsprechend zu beeinflussen. "Daher verhängen wir keine Strafe", teilte das 26-köpfige Gremium mit.

Sollte sich im Laufe der restlichen Saison mit noch sieben ausstehenden Rennen herausstellen, dass der Rennstall doch aus den Unterlagen, die Ex-Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney an Coughlan weitergegeben haben soll, sich einen Vorteil verschafft hat, droht der Ausschluss aus der WM in diesem Jahr ebenso wie 2008, lautete die Warnung der FIA an das Team. Sowohl die Fahrerwertung als auch die Konstrukteurswertung der laufenden Weltmeisterschaft bleiben nun aber unverändert. In beiden Klassements führt McLaren-Mercedes vor Ferrari.

Stepney und Coughlan drohen Sanktionen
Stepney und Coughlan droht dagegen ein mehrjähriger Ausschluss aus dem internationalen Motorsport. "Wir werden auch die Herren Stepney und Coughlan vorladen, damit sie Gründe anführen können, warum sie nicht für längere Zeit aus dem internationalen Motorsport ausgeschlossen werden sollten", erklärte die FIA.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat die FIA-Entscheidung natürlich begrüßt. "Die FIA hat bestätigt, was wir von Anfang an gesagt haben, denn unser Team hat eindeutig nicht von Ideen oder Designs einer konkurrierenden Mannschaft profitiert", betonte Haug. Zur FIA-Warnung meinte der Schwabe: "Das ist für uns ohne jegliche Relevanz. Denn wir haben nicht und wir werden nicht Ideen aus dem beanstandeten Material für uns verwenden - wir kennen dessen Inhalt nicht und wollen diesen auch nie kennen lernen."

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hofft, dass die Spionage-Affäre damit endgültig abgeschlossen ist. "Es wurde so viel über diesen Spionage-Unsinn geredet, es lenkt sogar von dem ab, was auf der Strecke passiert. Ich mag das nicht", hatte der 76-jährige Brite bereits vor der Sitzung in Paris der renommierten englischen Tageszeitung "The Times" (Donnerstagausgabe) gesagt.

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