¿Das Fest¿

Theater als überwältigendes Fest

Oberösterreich
13.07.2007 18:37
Der Däne Thomas Vinterberg lässt in seinem Theaterstück „Das Fest“ die Fassade einer bürgerlichen Familie bröckeln. Im Kulturhaus Bruckmühle in Pregarten spielt diese Tragödie in „Echtzeit“, das Publikum nimmt direkt teil. Regisseur Ulf Dückelmann fesselt mit diesem Konzept und erzeugt am Schluss große Betroffenheit.

Helge Hansen feiert seinen 60. Geburtstag. Darum gibt er ein großes Fest - in der Bruckmühle mit Wein und Sekt, mit vielen Festgästen, die er nicht kennt und seiner Familie. Bald beginnt es aber zu rumoren. Sein ältester Sohn Michael, ein aggressiver Macho, brillant gespielt von Jens Claßen, taucht auf. Vinterbergs Stück entlarvt die Scheinharmonie einer bürgerlichen Familie. Er zeigt uns verschiedene Formen von Gewalt, von Opfern und Tätern. Bald gerät Helges totgeschwiegenes Verbrechen in den Fokus, doch der Gastgeber, den Wolfgang Hundegger als überlegenen Patriarchen zeichnet, weiß sich geschickt zu verteidigen.

Seine Frau Else, gespielt von Maria Knierzinger, ist eine mütterliche und doch eiskalte Mittäterin. Christian, den Anton Nouri als sensiblen Vorzeigesohn charakterisiert, setzt seinem Vater zu. Weiters brillant: Rudi Hofer, Susanna Bihari, Barbara Schinko-Tubikanec.

Ulf Dückelmann lässt in seiner glänzenden Regie verschiedene Charaktere vollkommen schlüssig wirken. Sie alle erhalten wunderbare Tiefe und Echtheit. So wird Theater zum unmittelbaren starken Erlebnis. Das Premierenpublikum dankte diesem überwältigenden „Fest“ mit Standing Ovations!

Weitere Vorstellungen am 15., 20., 21., 27., 28. Juli, 3. und 4. August

 

 

 

Foto: Herbert Prieschl

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