04.07.2007 17:55 |

Heizlüfter-Einbau

Neue Ermittlungs- Ergebnisse im Fall Kaprun

In Deutschland ermittelt die Stuttgarter Polizei gegen Beschäftigte der Firma Fakir, deren Heizlüfter in die Wagen der Seilbahn Kaprun eingebaut worden waren. Der Bericht der Exekutive widerspricht einem österreichischen Richter, der bei den Lüftern von "Produktions- und Konstruktionsfehlern" sprach. Laut Stuttgarter Polizei soll der Einbau des Geräts die Ursache für das Unglück gewesen sein.

Der Bericht der Stuttgarter Exekutive "spricht" die vier Fakir-Mitarbeiter und ein Mitarbeiter einer deutschen Kunststofftechnikfirma von jeglicher Schuld an der Seibahnkatastrohe vom 11. November 2000 mit 155 Toten "frei".

Den Freispruch aller 16 Beschuldigten im Februar 2004 hatte der Salzburger Einzelrichter Manfred Seiss damit begründet, dass am Heizlüfter ein Produktions- und Konstruktionsfehler vorgelegen sei. Die Stuttgarter Polizei ortete aber als Unglücksursache den bestimmungswidrigen Einbau des Geräts in den Führerstand.

Unklarheit über Auswirkungen der Ergebnisse auf Prozess
Die noch ausstehende Entscheidung in Heilbronn nehme keinen Einfluss auf das Urteil im Salzburger Strafverfahren, sagte der Wiener Opfer-Anwalt Johannes Stieldorf . Für den Wiener Opfer-Anwalt Gerhard Podovsovnik "sind die Karten neu gemischt". Podovsovnik - er vertritt zehn Angehörige - überlegt nun "sämtliche rechtliche Schritte, wie der Strafprozess wieder aufgenommen werden kann". Das österreichische Verfahren könne aber nicht mehr aufgenommen werden, sagte hingegen Stieldorf.

Laut Gebrauchsanweisung hätte der Heizlüfter in keinem Fahrzeug verwendet werden dürfen, steht unter anderem in dem 55 Seiten umfassenden Ermittlungsbericht. Richter Seiss meinte aber in seiner Urteilsbegründung, dass die Standseilbahn dem Gesetz nach nicht als Fahrzeug gelte.

Donnerstag, 17. Juni 2021
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