05.07.2007 00:52 |

Entführungsdrama

Entführte 19-Jährige von Polizei befreit

Kriminalisten in Niederösterreich konnten in der Nacht auf Dienstag, wie erst jetzt bekannt gegeben wurde, ein Entführungsdrama beenden. Eine 19-jährige Rumänin war von zwei Niederösterreichern aus ihrer Wohnung in Persenbeug im Bezirk Melk entführt und mehrere Stunden lang festgehalten worden. Vom 26-jährigen Freund des Mädchens forderten die mutmaßlichen Täter Lösegeld. Bei einer mit der Polizei koordinierten Übergabe konnte das Mädchen befreit und ihre Entführer verhaftet werden. Die Polizei geht davon aus, dass der Ex-Freund der 19-Jährigen die beiden Entführer zu der Tat angestiftet hat.

Der 26-jährige Freund der gebürtigen Rumänin erhielt am Dienstagabend einen Anruf, er solle 500 Euro für die Freilassung seiner Freundin bezahlen. Die Übergabe wurde für 21 Uhr in der Ortschaft Golling im Bezirk Melk vereinbart. Der junge Mann verständigte die Polizei, die bei der tatsächlich stattfinden Übergabe einen 31-Jährigen aus dem Bezirk Melk samt Entführungsopfer in einem Auto vorfand. Das völlig aufgelöste Mädchen wurde befreit und ihr Entführer festgenommen.

Zwei weitere Niederösterreicher, nämlich einen 38-Jähriger aus dem Bezirk Melk und ein 24-Jähriger (der Ex-Freund des Mädchens) aus dem Bezirk Scheibbs, waren ebenfalls an der Entführung beteiligt. Die beiden Männer stellten sich am Dienstagvormittag der Polizei, nach dem das Mädchen den Beamten zuvor von den Komplizen berichtet hatte.

Der Aussage der 19-Jährigen zufolge waren der 31-Jährige und der 38-Jährige am Dienstag gegen 18.30 Uhr in ihre Wohnung eingedrungen. Die beiden Männer bedrohten die gebürtige Rumänin und zerrten sie schließlich gegen ihren Willen und unter Gewaltanwendung – sie wurde dabei leicht verletzt – in ein vor der Haustür geparktes Auto. Drei Stunden wurde die 19-Jährige von den beiden Männern festgehalten. Der 38-Jährige sei ständig bei ihr im Fond gesessen und sie habe deshalb keine Fluchtmöglichkeit gehabt, sagte sie der Polizei. Die Erpresseranrufe wurden vermutlich von dem 31-Jährigen getätigt.

Motiv: Eifersucht
Welche Rolle der 24-jährige Ex-Freund des Mädchens aktiv bei der Entführung spielte, ist noch nicht ganz geklärt. Die Polizei geht davon aus, dass er die beiden anderen Männer zu der Tat angestiftet hat. Der 31-Jährige und der 38-Jährige sind teilweise geständig, bestreiten aber eine Entführung bzw. Gewaltanwendung. Das Mädchen sei freiwillig mitgekommen. Die 19-Jährige behauptet das Gegenteil.

Zwischen dem 24-jährigen Ex-Freund und dem neuen Partner gab es seit einigen Monaten Streitigkeiten wegen des Mädchens. Der Ex-Freund hatte einem der Entführer von diesen Schwierigkeiten erzählt. Da dieser als gewalttätig bekannt ist, habe er gehofft, dass er den neuen Freund des Mädchens einschüchtern könnte, sagte der junge Mann bei der Polizei aus. Die drei Tatverdächtigen wurden in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert.

Symbolbild; Foto: Andi Schiel

Montag, 21. Juni 2021
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