03.07.2007 13:31 |

Kinder erwünscht

Italiener kommen für Befruchtung zu uns

Immer mehr unfruchtbare Paare aus Italien reisen zwecks künstlicher Befruchtung nach Österreich. Die Anzahl italienischer Paare, die sich in Österreich Behandlungszyklen mit verschiedenen In-Vitro-Techniken unterziehen, ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Vor allem Salzburg ist das Ziel.
Der Anstieg ist die Folge eines 2004 verabschiedeten Gesetzes: Demnach ist die Befruchtung von Ei- mit Samenzellen, die nicht von dem kinderlosen Paar selbst stammen, verboten. Höchstens drei Eizellen dürfen jeweils im Reagenzglas befruchtet werden. Das Einfrieren von Embryonen ist ebenso wie Leihmutterschaften verboten. Untersagt ist die künstliche Befruchtung von Homosexuellen und Alleinstehenden sowie von Frauen über 50 Jahren.


Nach der Billigung des Gesetzes ist die Zahl der Italiener, die mit künstlicher Befruchtung ein Kind erzeugt haben, stark zurückgegangen. Dafür hat die Zahl jener stark zugenommen, die deswegen ins Ausland fahren. Waren es im Jahr 2003 noch 1.315, so stieg diese Zahl im vergangenen Jahr auf 3.610 Menschen an.


Katholisch-konservatives Gesetz
Das entsprechende italienische Gesetz, eines der restriktivsten Europas, war von einer parteiübergreifenden, katholisch-konservativen Front gegen den erbitterten Widerstand der liberalen Kräfte und vieler Frauen im Parlament verabschiedet worden.
Montag, 14. Juni 2021
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