27.06.2007 14:31 |

Wilder Höllenritt

Mann fährt auf Zug-Puffer zwölf Kilometer weit

An einen solchen "blinden Passagier" kann sich bei den ÖBB niemand erinnern: Aus Ärger über den Ticket-Automaten, den er nicht bedienen konnte, stieg ein Wiener auf den Puffer eines Güterwaggons und fuhr auf diese Weise von Hallein nach Salzburg. Eine 12-Kilometer-Strecke, die er teilweise mit 100 km/h zurücklegte.

"Am Prellbock eines Waggons sitzt ein Mann!", meldete ein Fahrgast beim Bahnhof Hallein aufgeregt dem Fahrdienstleiter. Was zunächst wie ein Scherz klang, stellte sich bald als Tatsache heraus: Ein 40-jähriger Wiener war tatsächlich auf einen Güterzug aufgesprungen! Johannes Gferer von den ÖBB: "Die Garnitur fuhr nach Salzburg, fast zwölf Kilometer." Die Lok erreicht auf dieser Strecke Spitzengeschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern.

Der Fahrdienstleiter in Hallein handelte rasch: Er alarmierte den Lokführer, der schließlich beim Bahnhof Aigen stoppte. Dort holte er den "blinden Passagier" vom Puffer herunter.

Schwarzfahren und Gemeingefährdung
Die Fahrt bis zum Güterbahnhof in Gnigl legte der Mann unter Aufsicht im Führerstand der Lok zurück. In welcher Gefahr er sich bei der Freiluftfahrt befunden hatte, dürfte dem Wiener wohl nicht klar gewesen sein. Möglicherweise wird der 40-Jährige wegen Schwarzfahrens und Gemeingefährdung belangt.

Bild: Peter Tomschi

Samstag, 12. Juni 2021
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