24.06.2007 16:01 |

Beinahe ertrunken

Reanimiert: Bub trieb leblos im Planschbecken

Erst kürzlich war der Oma die Szene im Traum erschienen: Ihr Enkerl Niklas fällt ins Wasser und droht zu ertrinken. Und es kam genau so! Freitagabend, bei einer Geburtstagsfeier in Tiefenbach (Steiermark), fand die Großmutter den Zweijährigen leblos im Kinderplanschbecken. Ein Bekannter reanimierte das Kind - mit Erfolg!

Mit zwölf Tagen Verspätung wurde in einer Garage der 50. Geburtstag von Franz N., dem Lebensgefährten von Niklas Oma Elfriede K. (57), nachgefeiert. 25 Gäste waren gekommen, doch schon nach einer Stunde, gegen 20 Uhr, nahm das Fest ein jähes Ende. Die Mutter von Niklas, Anita A. (34), wollte gerade das Essgeschirr wegräumen, als ihr Sohn plötzlich verschwunden war. Alle suchten nach dem Buben, einzig die Oma hatte die richtige Eingebung. "Ich hab vor drei Wochen geträumt, dass der Niklas ins Wasser gefallen ist."

Der Frau - im März 2005 hatte sie den Unfalltod ihres damals 19-jährigen Sohnes vorausgeahnt - schlug das Herz bis zum Hals. Sie rannte um die Ecke sechs Meter weit zu dem mit einer blauen Folie abgedeckten Kinderpool. Niklas hatte sie durch sein Körpergewicht ins 80 Zentimeter tiefe Becken gedrückt, trieb leblos mit dem Gesicht nach unten im Wasser.

Mund-zu-Mund-Beatmung rettet Niklas' Leben
In dieser dramatischen Situation bewies einer der Gäste, der Angestellte Günter S. (41) aus Siegersdorf, sein Können in Erster Hilfe: "Ich habe die Mund-zu-Mund-Beatmung durchgeführt, insgesamt zehnmal. Plötzlich ein Zucken, dann hat Niklas erbrochen, seine Augen aufgemacht und geweint. Was ich in diesem Moment empfunden haben, kann ich mit Worten nicht ausdrücken."

Der Zweijährige wurde vom ÖAMTC-Hubschrauber nach Graz zur Kinderklinik geflogen. Bleibende Schäden hat er keine erlitten, am Samstag durfte Niklas das Spital verlassen. Seine Oma und Bruder Dominik (11) haben das Planschbecken in der Zwischenzeit weggeräumt.

Von Manfred Niederl; Symbolbild

Freitag, 14. Mai 2021
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