23.06.2007 13:05 |

Schaum auf Raab

Ungarn drohen mit Tourismus-Boykott

"Fahrt nicht mehr nach Österreich auf Urlaub!" - so oder ähnlich könnte die Schlagzeile klingen, die vielleicht bald in ungarischen Tageszeitungen zu lesen ist. Nach dem Streit rund um den Schaum auf der Raab, fürchten die Umweltschützer von Greenpeace: Ungarn plant eine Kampagne, vor allem gegen die Steiermark.

Allein 7.000 Tonnen Salz sollen aus einer der Fabriken Jahr für Jahr in die Raab gepumpt werden. Nur eine von vielen schädlichen Substanzen, die dafür sorgen, dass der Fluss in Ungarn schäumt wie wild. "Gespräche mit ungarischen Aktivisten haben gezeigt, dass ernsthaft ein Tourismus-Boykott in Erwägung gezogen wird", erklärt Steffen Nichtenberger von Greenpeace.

Gemeinsam mit ungarischen Tageszeitungen könnten regelrechte Kampagnen ins Leben gerufen werden. Der befürchtete "Anti-Österreich-Plan": Kein Ungar soll im Sommer in die Steiermark oder ins Burgenland in die Ferien fahren und auch im Winter alle heimischen Skipisten meiden.

Einzige Hoffnung ist derzeit die Raab-Task-Force von Umweltminister Josef Pröll. Steffen Nichtenberger: "Hoffentlich gibt es schon bald eine Lösung, die auch wirklich beide Länder zufrieden stellt."

Von Michael Pommer

Donnerstag, 13. Mai 2021
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