19.06.2007 10:48 |

"Gottes Milch"

Barbusiger Protest gegen Babymilchpulver in Manila

Mit entblößter Brust haben rund zwei Dutzend Frauen vor dem obersten Gericht der Philippinen eine Lanze für die Muttermilch gebrochen. Die Frauen trugen keine Plakate, sondern hatten ihre Botschaft in bunten Farben auf ihre Oberkörper gemalt: "Gottes Milch ist Leben" und "Baby-Milchpulver ist gefährlich" stand darauf.

Die Frauen waren aufmarschiert, weil die obersten Richter über eine Klage von Milchpulver-Herstellern gegen die Verschärfung eines Werbeverbots zu beraten hatten.

Zahl der stillenden Mütter geht zurück
Der Hintergrund der Aktion ist ernst: Obwohl die Reklame für Babymilchpulver für Kinder unter einem Jahr auf den Philippinen seit 1986 verboten ist, geht die Zahl der stillenden Mütter zurück. Das Gesundheitsministerium hatte das Werbeverbot deshalb im vergangenen Jahr auf Kleinkinder unter zwei Jahren ausgeweitet.

Jährlich sterben 16 000 Baby
Nach offiziellen Angaben sterben jedes Jahr etwa 16.000 Babys wegen falscher Ernährung, unter anderem auch durch die falsche Zubereitung künstlicher Babymilch. Ein Verband, in dem die Hersteller organisiert sind, hatte dagegen geklagt. Nach Angaben des Ministeriums werden auf den Philippinen nur noch 16 Prozent der Babys in den ersten vier Lebensmonaten ausschließlich durch echte Muttermilch ernährt.

Montag, 14. Juni 2021
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