19.06.2007 09:18 |

Tendenz steigend

9,9 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

Zum ersten Mal seit fünf Jahren ist die Zahl der Flüchtlinge weltweit wieder gestiegen. Nach Angaben der Vereinten Nationen waren Ende vergangenen Jahres 9,9 Millionen Menschen auf der Flucht, das sind 14 Prozent mehr als 2005. Es ist die höchste Zahl seit 2002, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht des UN-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR hervorgeht.

Der Anstieg sei in erster Linie auf die Situation im Irak zurückzuführen, hieß es. Demnach sahen sich bis Ende 2006 rund 1,5 Millionen Iraker gezwungen, in anderen Ländern - vor allem in Syrien und Jordanien - Zuflucht zu suchen.

Die größte Gruppe von Flüchtlingen stellen die etwa 2,1 Millionen Afghanen, die noch immer im Ausland leben. Rund 686.000 Flüchtlinge kamen aus dem Sudan, 460.000 aus Somalia und je 400.000 aus dem Kongo und aus Burundi.

Nicht in die Berechnung des UNHCR einbezogen sind die 4,3 Millionen palästinensischen Flüchtlinge, die in Jordanien, im Libanon, in Syrien, dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen leben. Ebenso außer Acht lässt der Jahresbericht die etwa 24,5 Millionen Menschen, die wegen eines Konflikts innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind. Sie gelten nach internationalem Recht als Vertriebene, nicht als Flüchtlinge.