03.06.2007 19:34 |

Selbstmordattentat

Präsident Somalias entgeht Anschlag

Bei einem Selbstmordanschlag auf die Residenz des somalischen Ministerpräsidenten Ali Gedi sind am Sonntag sieben Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Der Regierungschef selbst ist unverletzt geblieben. Gedi war erst Mitte Mai einem Handgranatenanschlag entgangen.

Nach ersten Angaben war der Selbstmordattentäter mit einem Sprengstoff beladenen Jeep auf das Haus des Regierungschefs im Norden der Hauptstadt Mogadischu zugefahren, als er von Wachleuten aufgehalten wurde. Daraufhin habe er sich in die Luft gesprengt.

In der somalischen Hauptstadt hatten sich islamistische Aufständische und Clans auf der einen Seite sowie Regierungstruppen und äthiopische Soldaten auf der anderen Seite wochenlang heftige Gefechte geliefert. Die Äthiopier waren Ende Dezember einmarschiert, um die schwache Übergangsregierung im Kampf gegen die islamistischen Milizen zu unterstützen.

In der Nacht zum Samstag hatte ein amerikanisches Kriegsschiff einen Unterschlupf mutmaßlicher Terroristen im Norden Somalias mit Artillerie beschossen. Der Angriff mit den Bordkanonen des Zerstörers „USS Chafee“ habe zwei oder drei Terroristen gegolten, die an den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 beteiligt gewesen sein sollen. Unter den Verdächtigen sei auch Fazul Abdullah Mohammed gewesen, der Drahtzieher der Anschläge in Afrika, bei denen 240 Menschen ums Leben gekommen waren.

Laut US-Geheimdienstinformationen hat Al Kaida im vergangenen Jahr seine Aktivitäten in Somalia verstärkt, nachdem islamische Milizen die Kontrolle über große Teile des Landes übernommen hatten.