02.06.2007 16:54 |

Artillerieangriff

US-Marine beschießt Norden Somalias

Ein amerikanisches Kriegsschiff hat nach US-Medienberichten einen Unterschlupf mutmaßlicher Terroristen im Norden Somalias mit Artillerie beschossen. Der Angriff mit den Bordkanonen des Zerstörers "USS Chafee" habe zwei oder drei Personen gegolten, die an den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 beteiligt gewesen sein sollen, meldete der Fernsehsender NBC am Samstag.

Es hätten Geheimdienstinformationen vorgelegen, nach denen sich die Verdächtigen in der Gegend aufhielten. Das Verteidigungsministerium in Washington wollte sich laut Medienberichten zu dem Vorgang nicht äußern.

Unter den Verdächtigen sei auch Fazul Abdullah Mohammed gewesen, der Drahtzieher der Anschläge in Afrika, bei denen 240 Menschen ums Leben gekommen waren. Zudem soll er für einen Terrorangriff auf ein israelisches Hotel in Kenia 2002 verantwortlich sein. Das Militär habe den Artilleriebeschuss von See aus befohlen, weil ein Luftangriff zu spät gekommen wäre, hieß es.

Die US-Behörden vermuten schon lange, dass sich die Verantwortlichen für die Anschläge in dem ostafrikanischen Land aufhalten. Bereits Ende Jänner hatte die US-Luftwaffe mehrmals Angriffe gegen Verstecke mutmaßlicher Terroristen in Somalia geflogen. Mindestens sechs Menschen starben dabei. Die Attacken hatten der Terrororganisation Al Kaida gegolten.

Laut US-Geheimdienstinformationen hat Al Kaida im vergangenen Jahr seine Aktivitäten in Somalia verstärkt, nachdem islamische Milizen die Kontrolle über große Teile des kriegszerstörten Landes übernommen hatten. Äthiopien hatte Ende vergangenen Jahres Truppen ins Nachbarland geschickt, um die schwache Übergangsregierung zu stärken und die Islamisten zu vertreiben.