Illegale Drogen habe sie nie probiert, schwor Paris Hilton in der Show. Wohl gemerkt: Im Internet kursieren jede Menge Videos, die die Hotelerbin zum Beispiel beim Kiffen zeigen. Das einzige, was sie seit Jahren einnehme, sei ein Mittel gegen ihre Konzentrationsschwäche. Auch mit Alkohol will das Party-Girl kein Problem haben: "Ich bin keine große Trinkerin", so Paris. Für sie war es lediglich eine soziale Sache, wenn sie ausgegangen ist. Im Verlaufe des Interviews versprach Paris dann auch, dass sie nie wieder Alkohol trinken uns sich anschließend ans Steuer ihres Autos setzen würde: „Diesen Fehler werde ich nie wieder machen.“
"Habe Haftstrafe nicht verdient"
Trotz der neuen Töne zeigt Paris Hilton keine Reue, was ihre verschiedenen Verkehrsdelikte angeht. Sie halte die Haftstrafe nach wie vor für unangemessen hart, sagte die junge Millionärin dem Talkshow-Gastgeber King. "Ich meine nicht, dass ich sie verdient habe." Hätte ihr Anwalt sie nicht falsch beraten, wäre sie nie ohne Führerschein gefahren, behauptete Hilton in dem einstündigen Gespräch. Paris Hilton war für das Interview elegant und unschuldig zugleich gestylt. Sie trug ein cremefarbenes, mit Spitzen besetztes Kleid, die blonden Haare glatt und ein dezentes Make-Up. Ihre hellblauen Kontaktlinsen hatte sie wieder eingesetzt.
Paris hatte sehr wohl Kontakt zu anderen Insassinnen
Die blonde Hotelerbin berichtete King auch Details über ihren Haftaufenthalt und bestätigte, dass sie 23 Stunden am Tag alleine in der Mini-Zelle verbracht habe. Es war aber so, dass andere Häftlinge in den Zellen nebenan waren und sich mit ihr unterhalten haben. "Wir konnten einander hören. Und wenn ich zum Beispiel den Gang hinuntergegangen bin, um meinen Anwalt zu treffen, habe ich die anderen Mädchen gesehen und wir haben uns begrüßt. Sie waren wirklich nett."
Essen war scheußlich
Das Essen im Gefängnis sagte der verwöhnten Schauspielerin nicht zu: „Das Mittagessen bestand hauptsächlich aus Wurstbroten – mit einer mortadella-artigen Wurst, die dort ‚rätselhaftes Fleisch’ genannt wurde. Es war beängstigend.“ Dazu gab’s Mayonnaise und Orangen-Saft. Serviert wurden die Mahlzeiten durch ein Loch in der Zellentür. Das Abendessen war für Paris noch schlimmer, ein richtiger "Gefängnisfraß".
In fötaler Stellung in der Zelle
Besonderes Interesse widmete King den berichteten medizinischen Problemen, die Paris Hilton für kurze Zeit wieder aus dem Gefängnis brachte. Die Hotelerbin schilderte, dass sie in den ersten Tagen nach dem Haftantritt Anfang Juni an klaustrophobischen Anfällen in der fensterlosen Zelle litt. Sie sagte: "Ich leide schon mein ganzes Leben an Klaustrophobie. Als ich die Zelle zum ersten Mal betrat, bekam ich heftige Panik-Attacken. Ich war total klaustrophobisch. Ich konnte nicht schlafen. Ich konnte nicht essen. Die Ärzte sprachen daraufhin mit dem Sheriff und er dachte, dass ich unter Hausarrest besser aufgehoben sein würde." Dem "People"-Magazin sagte Hilton einen Tag vor dem Fernsehinterview, dass sie in fötaler Stellung in der Zelle gehockt hätte.
Glaube an Gott hat ihr geholfen
"Ich schaue mir das Leben jetzt anders an", schilderte Paris ihre Erfahrungen weiter. Der Gefängnisaufenthalt war ein "traumatisches Erlebnis". Sie habe sich dadurch aber grundlegend verändert. Im Gefängnis habe sie sehr oft in der Bibel gelesen, der Glaube an Gott hat ihr geholfen.
In Zukunft wolle sie ihre Bekanntheit für wohltätige Zwecke einsetzen und für Spenden für Kinder in Not sowie für Krebskranke werben sowie bei der Einrichtung von Übergangshäusern für entlassene Gefangene mithelfen.
"Ich bin eine Geschäftsfrau"
Traurig ist die 26-Jährige darüber, dass sie ihr Image als verwöhnter Spross der Hoteldynastie Hilton in der Öffentlichkeit nicht abschütteln könne. "Ich bin eine Geschäftsfrau", bekräftigt sie immer wieder. Sie nehme kein Geld von der Familie, sondern verdiene sich ihren Lebensunterhalt durch harte Arbeit: Ein Buch, das es auf die Bestsellerliste der "New York Times" schaffte, ein Album, die Doku-Soap "Simple Life", die bereits ins fünfte Jahr gehe, und mehrere Filmrollen. Die Partys seien zwar "Spaß", aber keineswegs das Wichtigste in ihrem Leben.
Kein Geld fürs Interview
Entgegen früheren Spekulationen über mögliche Millionengagen hat Hilton für das Interview mit King kein Geld bekommen. Sie machte das Interview, weil King für sie nicht nur ein weltweit anerkannter Journalist, sondern auch eine amerikanische Ikone sei.
Für Paris Hilton ließ Larry King kurzerhand den Doku-Filmer Michael Moore abblitzen, der ursprünglich am Mittwoch Gast hätte sein sollen. Über das Gratisinterview trösten auch sicher die bereits für 300.000 Dollar verkauften Exklusiv-Fotos nach der Haftentlassung hinweg.
Laut Baca habe sich Paris in einer lebensbedrohenden psychologischen Kondition befunden, die als „Dekompensation“ (Unausgeglichenheit, Entgleisung) bekannt sei. Dabei könnten bei Personen schwere Depressionen, Beklemmung oder Wahnvorstellungen auftreten. Nach Angaben von CNN hat die Verkehrssünderin in ihrer Zelle Dutzende Male den medizinischen Notknopf gedrückt und die Nächte durchgeweint. Deshalb habe er entschieden, die Hotelerbin mit einer elektronischen Fußfessel in den Hausarrest zu entlassen. „Was ist wichtiger? Eine Person, die wegen Fahrens ohne Führerscheins ins Gefängnis geht oder jemand, der sein Leben verliert?“, so der Sheriff vor dem Ausschuss. Und er führte weiter aus: "Ich sage nur dies - wir alle hier in diesem Raum wissen etwas über Selbstmord.“
Rund um die Uhr beobachtet
Doch Richter Michael Sauer ließ sich weder von Baca, noch von Paris überzeugen, und schickte den Häftling nach 36 Stunden in Freiheit wieder hinter Gitter. Wieder ging es der 26-Jährigen sehr schlecht. Sie lag auf der Krankenstation, aß nicht, schlief nicht und weinte die ganze Zeit. Ihr privater Psychiater verbrachte zwei Stunden bei ihr. Nach mehreren Tagen auf der Station wurde sie für stabil erklärt und man brachte sie wieder in ihre Zelle, wo sie zu ihrer eigenen Sicherheit mit einer Glastür rund um die Uhr beobachtet worden, bis sie Dienstagmorgen kurz nach Mitternacht nach 23 Tagen das Gefängnis verlassen konnte.
Paris' erster Tag in Freiheit
Paris hatte den ersten Tag nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis übrigens im Kreis von Familie und Freunden verbracht. Nur eine Ausnahme gab es angeblich: Die 26-Jährige habe sofort ihren Friseur und Kosmetiker ins Haus bestellt. Wohl um für ihren Auftritt in der Show des US-Talkers Larry King hübsch zu sein.
23 Tage in Haft überstanden
Am 26. Juni hatte Paris kurz nach Mitternacht (Ortszeit) nach 23 Tagen Haft das Frauengefängnis in Lynwood bei Los Angeles verlassen. Sie wurde von ihren Eltern Kathy und Rick Hilton in Empfang genommen. Unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen selbstverständlich, die auch zu dieser nachtschlafenden Uhrzeit das Frauengefängnis belagerten. Paris strahlte und winkte, ging aber nicht auf Fragen der Reporter ein. Sie trug Jeans, ein weißes T-Shirt und eine Jacke, trug ihr blondes Haar brav zu einem Zopf geflochten und stieg gleich zu ihren Eltern in die Limousine.
In der Infobox kannst du dir das Video von diesen Momenten anschauen! (Wegen hoher Zugriffszahlen kann es zeitweise ausfallen.)
Zuflucht bei den Großeltern
Paparazzi folgten dem Fahrzeug der Hiltons durch die nächtlichen Straßen von Los Angeles. Von Hubschraubern aus wurde die Aktion mitgedreht und von mehreren US-Sendern live übertragen. Das Party-Girl stdem Nobelviertel Benedict Canyon, Zuflucht.
Noch bis März 2009 auf Bewährung
Hilton hat 23 ihrer insgesamt 45 Tage Gefängnis abgesessen. Die Verkürzung um 22 Tage bei guter Führung war ihr schon vor Haftantritt zugesagt worden. Ihre Bewährungsstrafe ist allerdings erst im März 2009 beendet.
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