30.05.2007 14:58 |

Falsche Prioritäten?

Bier ist in Gasthäusern billiger als Apfelsaft

Ein halber Liter Apfelsaft kostet im Gasthaus 5, 40 Euro, ein halber Liter Bier dagegen 3,50 Euro. Laut einer aktuellen Preiserhebung der Arbeiterkammer Niederösterreich ist das beileibe keine Ausnahme, sondern der Normalfall. Alkoholische Getränke sind in der Regel viel billiger als alkoholfreie. Obwohl es laut Gewerbeordnung auch günstige alkoholfreie Getränke geben müsste…

Die AKNÖ-KonsumentenberaterInnen haben in 250 gastronomischen Betrieben in Niederösterreich die Preise für Bier, Cola, Apfelsaft und Leitungswasser erhoben. Fazit: Eine Familie mit Kindern zahlte mit 10,80 Euro für einen Liter Apfelsaft in einer Badener Gaststätte deutlich mehr als jemand, der dort einen Liter Bier um 7 Euro konsumierte.

Alk ist teilweise um die Hälfte billiger
Auch eine Dose eines beliebten Energy Drinks, der zwar auch nicht unbedingt „gesund“, aber immerhin alkoholfrei ist, kostete etwa in Mödling mit 4 Euro deutlich mehr als das Krügel Bier um 2,90 Euro in derselben Gaststätte. „Es ist keine Seltenheit, dass alkoholfreie Getränke um mehr als 50 Prozent teurer sind als alkoholhältige. Das verleitet sicher auch so manchen Jugendlichen, sich für das Krügel und gegen eine Limonade zu entscheiden“, sagt AKNÖ-Konsumentenberater Manfred Neubauer.

Laut Paragraph 112 der Gewerbeordnung sind Wirte verpflichtet, zwei Sorten eines kalten alkoholfreien Getränkes anzubieten, die billiger sind als das billigste im Lokal angebotene alkoholische Getränk. Dazu kommt noch das so genannten Jugendgetränk, in der Regel einfache Limonade, die deutlich billiger ist als Cola und Konsorten. „Das ist nicht immer der Fall. Wir fordern, dass sich mehr Wirte an die Gewerbeordnung halten“, sagt Neubauer.

Zumindest: Leitungswasser überwiegend kostenlos
Das „teuerste“ Leitungswasser während der AK-Erhebung wurde in einem Gasthaus in Ebersdorf, Bezirk Melk, um 0,60 Euro pro Glas angeboten. „Dieser Preis ist nicht nachvollziehbar, aber es handelt sich dabei um einen Ausreißer“, erklärt Neubauer, denn von 250 Betrieben haben nur dreizehn Geld für ein Glas Leitungswasser verlangt - gegenüber den Vorjahren zumindest hier eine erfreuliche Entwicklung.

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