30.05.2007 10:42 |

Kosovo-Frage

"Sonst hat die Gemeinschaft versagt"

Der UNO-Sondergesandte für den Kosovo, Martti Ahtisaari, fordert eine Entscheidung über die Zukunft der unter UNO-Verwaltung stehenden südserbischen Provinz bis zum Ende der deutschen EU-Präsidentschaft. „Sonst hat die internationale Gemeinschaft versagt“, sagte Ahtisaari während eines kurzen Aufenthalts in seiner Heimat Finnland.

Der finnische Ex-Präsident ist derzeit in der Welt unterwegs, um für eine Unterstützung seines Plans für den Kosovo zu werben. „Im Prinzip“ habe seine Aufgabe zwar damit geendet, dass er seinen Vorschlag dem UNO-Sicherheitsrat übermittelt habe.

Die jetzigen Besuchsreisen dienten vor allem der Information der verschiedenen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates. Laut der Zeitung Helsingin Sanomat hat Ahtisaari in den vergangenen zwei Monaten unter anderem die USA, Deutschland, Indonesien, Ghana, Großbritannien und Schweden besucht.

Gespannt auf Russlands Aktionen
„Die zentrale Frage ist immer noch, was Russland machen wird“, so der UNO-Sondergesandte in dem Zeitungsinterview. Es sei zwar immer noch unklar, wie sich Russland im Sicherheitsrat verhalten werde. Er wäre aber „ziemlich erstaunt und enttäuscht“, wenn Moskau eine Kosovo-Resolution verhindern würde. Seiner Meinung kann Russland kein Interesse daran haben, die Stellung der UNO als Entscheidungsfindungsgremium zu schwächen.

Persönliche Attacken auf Athisaari und seine Familie
Zu den persönlichen Angriffen auf ihn selbst sowie seinen verstorbenen Vater, der von serbischen Medien in Zusammenhang mit Nazi-Verbrechen gebracht wurde, sagte Ahtisaari, die Behauptungen seien „lächerlich“ gewesen. Jeder, der seinen Vater gekannt habe, wisse, dass diese Anschuldigungen „Mist“ seien.