Ak wird international

¿Globaler Nepp, globale Hilfe!¿

International agierende Problemfirmen übervorteilen mittlerweile in ganz Europa ahnungslose Kunden. Weshalb Konsumentenschutz längst eine globale Angelegenheit ist. Die Experten der Arbeiterkammer Oberösterreich haben dabei Vorbildfunktion, wie eine AK-Delegation bei einem Informationsaustausch in Rom feststellte, aus dem sich auch neue Ideen ergaben.

„In einer globalisierten Wirtschaft müssen auch wir global agieren“, erklärt Georg Rathwallner, AK-Konsumentenschutz-Chef in Linz. In Rom besuchte eine AK-Delegation mit Präsident Johann Kalliauer, Direktor Josef Peischer und Rathwallner vier von 16 Organisationen, die in Italien Anliegen von Konsumenten vertreten - darunter mit „Federconsumatori“ auch die größte. Denn die Probleme sind international - auch in Italien sind es immer wieder Handybetreiber, Versicherungen oder Internetbetrüger, die Konsumentenschützer beschäftigen. Oberösterreichs AK-Experten stellten aber auch stolz fest, dass mit ihren 90.000 Beratungen im Jahr keine italienische Organisation mithält.

Anregungen brachte man dennoch mit: In Italien sind rezeptfreie Medikamente (z. B. Schmerzmittel) seit Jänner auch in Supermärkten erhältlich. „Die Preise sind merklich gesunken“, will Rathwallner dieses Thema nun bei uns forcieren. Auch, dass Konsumenteninformation in Italien über Broschüren bereits in den Schulen ansetzt und Eltern so von ihren Kindern erfahren, welche Rechte sie haben, sei interessant.

„Die Vernetzung des Konsumentenschutzes in Europa ist entscheidend“, hielten auch Kalliauer und Peischer in Rom fest: „Globale Hilfe bei globalem Nepp!“ Agieren Problemfirmen international, lässt sich gemeinsam mehr erreichen. Weshalb oö. Konsumentenschützer schon mit Kollegen - etwa in Südtirol, der Toskana, aber auch in Spanien oder Deutschland - kooperieren. „Dieses Netzwerk wollen wir ausbauen“, sagt Rathwallner. Gegenbesuche aus Italien in Linz wurden bereits fixiert.

 

 

Foto: Krone

Samstag, 19. Juni 2021
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