24.05.2007 16:58 |

Lebensmärchen

"Hochstapler" plaudern aus dem Nähkästchen

Als Drehbuchautor hat sich Alexander Adolph ausschließlich mit TV-Krimis einen Namen gemacht, nun hat er das Genre gewechselt und in "Die Hochstapler" erstmals Regie geführt. Vier verurteilte Hochstapler konnte Adolph dazu überreden, vor laufender Kamera von sich und ihren Vergehen zu erzählen. Kionstart: 25. Mai 2007!

Der Regisseur brauchte Jahre, um geeignete "Hauptdarsteller" zu finden und ihr Vertrauen zu gewinnen: Die Mitwirkenden mussten bereit sein, Akteneinsicht über ihre Straftaten zu erteilen und ihre Anwälte von der Schweigepflicht zu befreien. Mit diesen Fakten ihres Lebens wurden sie dann in mehrtägigen Interviews konfrontiert.

Der Eine machte sich einen braven Familienvater zum Freund, um Macht über ihn zu gewinnen und ihn ganz langsam zu ruinieren. Der Andere ist mit ungedeckten Schecks durch Deutschland gezogen und fühlte sich wie ein König dabei. Der Dritte, gelernter Schrottzerleger, organisierte als amerikanischer Major eine NATO-Sicherheitskonferenz, gern gab er sich auch als Diplomat und persönlicher Freund Joschka Fischers aus. Der Vierte verkaufte Anteile eines Vermögens, das es nicht gab – und besaß einen Learjet, mehrere Häuser und die Gunst der besten Kreise Hamburgs, die er um 600 Millionen Mark erleichterte.

Besonders eindrucksvoll ist die Geschichte von Mark, dessen abgebrühtes Auftreten dem "Image" eines Verbrechers recht nahe kommt, zumal seine Angehörigen zu Wort kommen und gerade durch die Verharmlosung seiner Taten diese umso schlimmer erscheinen lassen.

Bilder (c) Einhorn Filmverleih

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