19.05.2007 14:53 |

In Todesangst

Feuerwehrtaucher retten Steirer aus reißender Mur

"Ich kann nicht mehr", schrie ein Obersteirer in Todesangst, als er sich Donnerstagabend in der reißenden und eiskalten Mur mit letzter Kraft an den Pfeiler einer Autobahnbrücke klammerte - ehe ihm Feuerwehrtaucher zu Hilfe kamen.

Zwei Polizisten, die sich in Bruck auf Streife befanden, hatten den Mann am Donnerstag gegen 23.30 Uhr zufällig an der Uferböschung entdeckt. Plötzlich stürzte oder sprang er ins acht Grad kalte Wasser. Er wurde von der starken Strömung sofort abgetrieben, die Brucker und die Kapfenberger Feuerwehr starteten eine Suchaktion.

Um 23.45 Uhr wurde der Vermisste etwa 300 Meter flussabwärts entdeckt - er klammerte sich an einen Pfeiler der Autobahnbrücke. "Er war mit seinen Kräften bereits völlig am Ende, hat geschrien, dass er sich nicht mehr festhalten kann", so Feuerwehr-Einsatzleiter Gerald Sollgruber.

Drei Feuerwehrtaucher versuchten dann, dem 46-Jährigen zu Hilfe zu kommen - einer, der 25-jährige Daniel Schmid, hat es geschafft: "Er war völlig fertig, hat gesagt, dass er aufgeben will. Ich habe ihn gesichert und beruhigt." Um Mitternacht wurde er mit einem Feuerwehrboot geborgen und ans Ufer gebracht.

Der 46-Jährige war stark unterkühlt, seine Körpertemperatur auf 30 Grad abgesunken. Gerald Sollgruber: "Er war gar nicht mehr ansprechbar, das Notarzt-Team des Roten Kreuzes hat ihn eine Stunde lang versorgen müssen, damit er ins Spital gebracht werden konnte." Der Obersteirer wurde im Brucker Landeskrankenhaus in künstlichen Tiefschlaf versetzt und konnte deshalb von der Polizei bisher noch nicht befragt werden.

Von Peter Riedler; Symbolbild

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