19.05.2007 13:07 |

Horror-Verlies

Frauen angelockt und zur Prostitution gezwungen

Sie haben Frauen aus dem Osten unter falschen Versprechungen nach Wien gelockt und sie dann zur Prostitution gezwungen: Die Polizei verhaftete neun mutmaßliche Haupttäter einer international organisierten Menschenhändler-Bande. Ein unter einem Lokal entdecktes Horror-Verlies gibt den Beamten Rätsel auf.

Zufällig stießen die Beamten bei den Hausdurchsuchungen in einem einschlägigen Lokal mit dem Namen "Extrem bequem" auf das Horror-Verlies - der Zugang versteckt hinter einem Gitter unter der Toilette. "Wir dachten zuerst, da unten liegt eine Leiche", so Georg Rabensteiner, Leiter des Kriminalkommissariats West.

Tatsächlich befand sich in dem Keller eine Kleiderpuppe mit einer Maske wie aus dem Horrorfilm "Scream" (nachempfunden Edvard Munchs Bild "Der Schrei") - mit einer Kette an einen Sessel gefesselt und mit einem blutigen Messer.

"Wissen nichts von Puppe"
Die Verhafteten, Türken im Alter von 32 bis 42 Jahren, erklärten, von der mysteriösen Puppe rein gar nichts gewusst zu haben. Rabensteiner: "Möglicherweise war sie als Drohung oder Einschüchterung für die Frauen gedacht." Also wer nicht "spurt", kommt wie die Puppe in das Verlies.

Auch sonst schweigen die mutmaßlichen Menschenhändler eisern. Doch die Ermittlungen der Polizei gegen die internationale Bande laufen schon seit Monaten. Anfang der Woche schließlich schlugen die Beamten zu. Für die neun - teils amtsbekannten - Männer klickten die Handschellen. Sie sollen Frauen aus Ungarn, Bulgarien und der Slowakei nach Österreich gelockt haben und dann in Lokalen im 16. und 17. Bezirk zur Prostitution gezwungen haben.

Kontaktaufnahme über Internet
Die Täter dürften bestens organisiert gewesen sein. Jeder hatte seine Aufgabe, von der Kontaktaufnahme über das Internet oder Vermittler bis zum Transport und der Zuteilung der Frauen in die Lokale. Seit wann die Täter den skrupellosen Menschenhandel betrieben, steht noch nicht fest. Hinweise: 01/31310-25810.

Von Doris Vettermann

Montag, 21. Juni 2021
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