18.05.2007 12:30 |

Gefährliches Hobby

Zahl der Motorrad-Unfälle sprunghaft angestiegen

Auf Österreichs Straßen sind im Jahr 2007 bisher ungewöhnlich viele Motorradfahrer verunglückt. Alleine am vergangenen Wochenende wurden vier Biker getötet. Von Anfang Jänner bis zum 13. Mai kamen heuer mit 24 getöteten Motorradlenkern fast doppelt so viele ums Leben wie im selben Zeitraum 2006 (13), teilten ARBÖ und ÖAMTC mit.

Die Anzahl der Verletzten hat sich demnach sogar mehr als verdreifacht: von 45 im ersten Quartal 2006 auf 151 Biker im selben Zeitraum des Jahres 2007. Diese dramatische Entwicklung führen die Autofahrerclubs größtenteils auf den außergewöhnlich milden Winter und das sommerliche Frühlingswetter zurück: Im warmen und sonnigen April kamen jede Woche drei bis fünf Biker ums Leben, berichtete die ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa.

Einen sprunghaften Anstieg meldete etwa Oberösterreich: Von Jänner bis März 2006 verletzte sich dort kein einziger Biker - im selben Zeitraum 2007 waren es 27. Auch auf Niederösterreichs Straßen explodierte die Anzahl der verletzten Motorradfahrer von zwei Verunglückten im ersten Quartal 2006 auf 30 Opfer in der selben Zeitspanne 2007.

Überhöhte Geschwindigkeit, zu wenig Gefahrenbewusstsein sowie mangelnde Praxis und Beherrschung des Fahrzeuges seien oft Ursachen eines Crashs, so Donosa. Auffällig sei ein Trend zu Neo- Motorradfahrern, die sich im reiferen Alter "den Traum von der Harley" erfüllen, berichtete ARBÖ-Sprecherin Lydia Ninz. Viele Mittvierziger und 50-Plus-Lenker holen den A-Schein nach und glauben, als geübte Autofahrer auch am Bike eine gute Figur zu machen.

Diese neue Biker-Lust spiegelt sich ARBÖ-Recherchen zufolge auch in den Verkaufszahlen wider: Laut Statistik Austria kauften die Österreicher heuer von Jänner bis April rund 9.100 neue Motorräder, im Vorjahr waren es im selben Zeitraum leidiglich knapp 7.400. Die Autofahrerclubs empfehlen Auffrischungskurse und Fahrtechniktraining.

Freitag, 14. Mai 2021
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