21.05.2007 22:03 |

Hypo-Deal

BayernLB und Kärnten über Verkauf handelseins

Nur vier Tage nach Bekanntwerden des Angebots der Bayerischen Landesbank, die Mehrheit an der Kärntner Hypo Group Alpe Adria zu übernehmen, sind das Land Kärnten und die Bayern am Montag handelseins geworden. Die BayernLB muss für 50 Prozent plus eine Aktie an der Hypo rund 1,63 Milliarden Euro in die Hand nehmen. Zusätzlich schüttet die BayernLB eine "Sonderprämie" von 50 Millionen an die Altaktionäre aus.

Das am Montag von der Erste Bank geäußerte Interesse an der Hypo wird von Landeshauptmann Haider zurückgewiesen. Landesholding- Aufsichtsratsvorsitzender Martinz, der am Montag in München mit der BayernLB verhandelt hatte, wollte bei einer Pressekonferenz am Nachmittag nicht genau sagen, wie viele Anteile das Land nun tatsächlich verkauft.

Hypo-Aufsichtsratschef Kulterer erklärte jedoch, dass die Mitarbeiterstiftung voraussichtlich ihre gesamten 4,5 Prozent verkaufen und nur eine symbolische Aktie behalten wird. Den Gewinn für die Mitarbeiter bezifferte er mit 50 Millionen Euro. Die symbolische Aktie garantiert laut Martinz auch, dass das Headquarter in Klagenfurt bleibt, da alle Aktionäre einer Verlegung zustimmen müssten. Auch der Name der Bank bleibe erhalten, sagte Martinz, nachträgliche Veränderungen des Kaufpreises seien ausgeschlossen.

Die Grazer Wechselseitige Versicherung fährt ihre Anteile von derzeit 41,45 Prozent auf die Sperrminorität zurück, verkauft aber nicht direkt an die BayernLB, sondern an die Gruppe um Tilo Berlin. Dieser stockt also zuerst seine Anteile von derzeit 9,1 Prozent auf über 25 Prozent auf, um anschließend alles bis auf ein Prozent an die Bayern zu veräußern.

Damit sich 50 Prozent plus eine Aktie für die BayernLB ausgehen, muss das Land Kärnten also etwas mehr als 21 Prozent verkaufen. Trotzdem habe die BayernLB dem Land weiterhin zwei Aufsichtsräte zugestanden, hieß es.

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