16.05.2007 17:42 |

U-Ausschuss

Helmut Elsner zwei Stunden lang verhört

Ex-BAWAG-Chef Elsner ist Mittwoch früh vor dem parlamentarischen Banken-U-Ausschuss erschienen. Zu Beginn seiner Befragung verwies er auf sein Entschlagungsrecht. Auskunft geben sollte der 72-Jährige über seinen Mitangeklagten Flöttl, Ex-ÖVP-Chef Taus und die Atomic-Insolvenz. Nach etwas mehr als zwei Stunden wurde die Befragung unterbrochen. Sie soll am kommenden Mittwoch fortgesetzt werden.

Durch seinen Dienstvertrag als Bankdirektor sei er unbedingt an die Wahrung des Bankgeheimnisses und an seine Verschwiegenheitspflicht gebunden, erklärte Elsner zu Beginn der Sitzung. Weiters würden mehrere Strafverfahren und Zivilverfahren gegen ihn laufen. Außerdem betonte er, dass er seit der letzten Narkose sehr schlecht höre und die Fragen kaum verstehe könne.

Elsner sagte vor dem Ausschuss nur wenig: Er betonte, er habe nicht gewusst, dass der nach den verlustreichen Karibik-Geschäften angeblich mittellose Flöttl umfangreiche Geschäfte mit der Meinl Bank getätigt hatte. Weiters erklärte der ehemalige Banker: Der Besuch von Ex-ÖVP-Chef und Unternehmer Taus in Südfrankreich vergangenen Sommer sei lediglich ein Krankenbesuch gewesen. Er habe von Taus kein Kuvert erhalten, so Elsner.

Zu Horngacher: "Reiner Geschäftskontakt"
Bei der Frage nach Geschäften der BAWAG mit Taus in Bulgarien verwies Elsner auf seine Verschwiegenheitspflicht. Nichts sagen wollte er auch zum Verhältnis der BAWAG zur Bankenaufsicht. Vom Insolvenzfall Atomic - wo die BAWAG die Hausbank war - hab er gewusst: Das war "öffentlich bekannt", so Elsner.

Den angeklagten und außer Dienst gestellten Wiener Landespolizeikommandanten Roland Horngacher kenne er seit 1995. "Es war ein reiner Geschäftskontakt". Das Erscheinen Elsners vor dem U-Ausschuss war bis zuletzt unsicher. Sein Anwalt hatte noch am Dienstag erklärt, Elsner wolle aus gesundheitlichen Gründen nicht vor den Ausschuss kommen.

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