09.05.2007 20:12 |

Banken-U-Ausschuss

Flöttl war stiller Teilhaber bei AMIS-Vorläufer AMV

Verbindungen zwischen der BAWAG und dem Wertpapierdienstleister AMV, Vorläufer des Pleite gegangenen Fonds-Anbieters AMIS, wurden am Mittwoch im parlamentarischen Banken-Ausschuss aufgedeckt. Eine der Hauptfiguren des BAWAG-Skandals, der nun mitangeklagte Investmentbanker Wolfgang Flöttl, war stiller Teilhaber bei der AMV, schilderte AMV-Firmengründerin Partik-Wordian den Abgeordneten.

Flöttl sei stiller Gesellschafter der Firma gewesen, denn sein Vater, der damalige BAWAG-Generaldirektor Walter Flöttl, habe davon nichts wissen sollen. Nachdem die stille Beteiligung 1994 Vater Flöttl bekannt geworden war, habe sich Flöttl als stiller Gesellschafter aus der AMV zurückgezogen. 1998 habe Flöttl dann auf die Auszahlung seiner Gesellschaftereinlage von 20 Millionen Schilling (umgerechnet 1,45 Millionen Euro) ausdrücklich verzichtet. "Was war die Gegenleistung für diesen fast unglaublichen millionenschweren Altruismus Flöttls", fragte der FPÖ-Abgeordneter Stadler verwundert. "Stillschweigen", antwortete Partik-Wordian.

Bundeswertpapieraufsicht belastet
In Sachen AMIS belastete Patrik-Wodian die Bundeswertpapieraufsicht, Vorgänger der Finanzmarktaufsicht (FMA). Bereits im Jahr 2001 habe sie sich bei der Stelle beschwert, erklärte die AMV-Gründerin, wo sie auf die Sorgen ihrer früheren russischen Kunden bei der AMV-Nachfolgerin AMIS AG hinwies. "Die Kunden befürchten, dass das veranlagte Kapital verschwunden ist", heißt es in dem Schreiben, wo bereits auf "drastische Ungereimtheiten" bei der AMIS verwiesen wird. Die FMA habe sich aber im Juni 2002 für diese Beschwerde als örtlich und sachlich für unzuständig erklärt

Uneinigkeit über weiteren Zeitplan
Im Banken-U-Ausschuss herrscht unterdessen Uneinigkeit zwischen den Parteien über den weiteren Zeitplan. Ausschussvorsitzender Graf hatte den BZÖ-Vorschlag aufgegriffen, den Ausschuss betreffend der gerichtsanhängigen Causa BAWAG zu unterbrechen. SPÖ und ÖVP können sich mit dem Vorschlag nicht anfreunden und wollen den Ausschussbericht vor dem Sommer im Plenum des Nationalrats vorlegen.

 

Freitag, 18. Juni 2021
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