09.05.2007 13:13 |

Einigung angestrebt

Kaprun-Entschädigungen noch im Sommer

Die Schadensersatz-Frage für die Opfer der Kaprun-Katastrophe soll bis zum Sommer außergerichtlich Klärung finden. Den Hinterbliebenen der Brandkatastrophe in Kaprun vom 11. November 2000 mit 155 Toten finden sollen rund 16 Millionen Euro ausbezahlt werden. Dafür notwendig ist aber ein internationaler Rechtsfriede und ein Ende der Klagen. Vor allem denen, des US-Hinterbliebenen-Anwalts Ed Fagan, der bisher eine außergerichtliche Einigung verhindert hat.

„Die Kommission ruht nicht. Es wird gearbeitet und geprüft. Wir sind bemüht, noch vor dem Sommer eine Lösung zu finden“, erklärte die Pressesprecherin von Justizministerin Berger. Innerhalb der Subkommission würden derzeit viele Gespräche laufen, versichert der Wiener Advokat Stieldorf, der 20 Angehörige vertritt und selbst einen Sohn verloren hat.

Ob die Gespräche zu einem positiven Abschluss kommen, hängt weiterhin von Fagans Klage-Aktivitäten ab. Der 54-jährige Hinterbliebenen-Anwalt, der in den USA seine Anwaltszulassungen außer im Bundesstaat New Jersey verloren haben soll, hat sich bisher weder kooperativ noch gesprächsbereit gezeigt. Er fordert von der Republik Österreich, den Gletscherbahnen Kaprun und vielen betroffenen Firmen Millionen Euro an Schadensersatz.

In einer Klage verlangt er beispielsweise zehn Millionen Dollar pro Todesopfer. Stieldorf bezeichnete Fagans Vorgehensweise als „hinderlich, skurril und merkwürdig": „Den Beklagten wurde bisher keine Klage zugestellt. Nach meinen Kenntnissen ist auch keine Klage zugelassen. Nur im Fall der Leuchtstäbe-Firma Omniglow gibt es nach meinem Wissensstand ein eingeleitetes Verfahren.“

Eine Reihe von potenziellen Beitragszahlern für die aufzubringende Summe von 16 Millionen Euro machen aber nur dann Geld locker, wenn es zu einer außergerichtlichen Lösung kommt.

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