08.05.2007 08:38 |

Freundin begünstigt

Vorwürfe gegen Wolfowitz offenbar bestätigt

Ein Untersuchungsausschuss der Weltbank hat den Vorwurf der Günstlingswirtschaft gegen Präsident Wolfowitz bestätigt. Im Bericht des Gremiums sei von Regelverstößen des Präsidenten im Zusammenhang mit der Beförderung seiner Freundin die Rede, sagte ein Gewährsmann. Wolfowitz hatte die Anschuldigungen bisher als Schmutzkampagne bezeichnet und einen Rücktritt abgelehnt.

Einzelheiten nannte der Gewährsmann nicht, der Bericht selbst wurde bisher nicht veröffentlicht. Wolfowitz' Freundin Shaha Riza war im September 2005 von der Weltbank ins US-Außenministerium versetzt worden, drei Monate, nachdem Wolfowitz sein Amt als Weltbank- Präsident angetreten hatte. Der Stellenwechsel war mit einer beträchtlichen Gehaltserhöhung verbunden, Riza steht nach wie vor auf der Gehaltsliste der Weltbank.

Ein führender Berater von Wolfowitz, Kevin Kellems, kündigte wegen der derzeitigen Krise in der Führung der Weltbank am Montag seinen Rücktritt an. Kellems' Berufung zum Berater von Wolfowitz im Juni 2005 stieß damals auf Kritik, weil er zuvor mit Wolfowitz im US- Verteidigungsministerium gearbeitet hatte. Wolfowitz war vor seiner Zeit bei der Weltbank stellvertretender US-Verteidigungsminister.