07.05.2007 07:29 |

Liebeskrank

Österreicher irrt zwei Monate durch Stadt

Der Fall eines 20-jährigen Österreichers hat in Chile für einiges Aufsehen gesorgt. Der Mann hat offenbar wegen einer zerbrochenen Liebesbeziehung ein derartiges psychisches Trauma erlitten, dass er zwei Monate lang in der Stadt Arica im Norden des Landes ziellos umherstreifte. Am Donnerstag brachten ihn Familienangehörige zurück nach Österreich.
In das am Pazifik nahe der peruanischen Grenze gelegene Arica, eine Stadt mit 190.000 Einwohnern, kam er im Februar. Zuvor ist der 20-Jährige im Nachbarland unterwegs gewesen, wo auch seine Beziehung zu einer jungen Bolivianerin zerbrochen ist. In Chile angekommen, hat er zunächst auf einem Strand vier Kilometer südlich der Stadt campiert.


Von Eis und Pflanzen ernährt

Der Mann machte Tagesabstecher nach Peru und verweigerte jegliche Hilfe, die ihm angeboten wurde. Das einzige, was er an Nahrung zu sich genommen hat, sind Eis und Pflanzen gewesen. Nach Interventionen der lokalen Polizei und eines Geistlichen hat man ihn Mitte April in einer Herberge untergebracht, außerdem ist über die österreichische Botschaft in der Hauptstadt Santiago Kontakt zur Familie hergestellt worden. Ein Onkel reiste daraufhin nach Arica, konnte seinen Neffen aber nicht zur Heimreise überreden.


Am Donnerstag gelang es der Mutter und einem Bruder schließlich, den - wie eine lokale Zeitung schrieb - "passiven jungen Mann mit Engelsgesicht und einer Besorgnis erregenden Dünnheit" ins Flugzeug zu setzen und nach Europa zu bringen. Laut Beobachtern ist dies aber kein einfaches Unterfangen gewesen. Außerdem hat der Mann die Bedingung gestellt, barfuß zu reisen.
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