05.05.2007 12:21 |

Gegen Komatrinken

Bunte Ausweise sollen Jugendliche schützen

Ein bundesweites Jugendschutzgesetz, wie von Gesundheitsministerin Kdolsky angestrebt, dürfte es bis auf weiteres nicht geben. Daher versucht Kdolsky, eine Harmonisierung zu erreichen. Vor allem geht es darum, welche Getränke Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren kaufen dürfen. Zur Kontrolle sollen Jugendliche mit speziellen Ausweisen ausgestattet werden.
Für Jugendliche unter 16 Jahren besteht ohnehin Alkoholverbot. Damit ein Wirt leicht feststellen kann, welches Alter seine Kunden haben, sollen nun Personalausweise für Jugendliche mit deutlichen Farben gekennzeichnet werden. Der Personalausweis soll bis auf die Farbe genau dem normalen Dokument entsprechen.


Dies könnte für die betroffenen Familien einigen Aufwand bedeuten: Innerhalb weniger Jahre würde ein Jugendlicher vier verschiedene Personalausweise benötigen. Ein solches Dokument kostet derzeit 56 Euro. Laut Kdolsky soll der Preis für Jugendliche aber weit unter der Hälfte liegen. Das Farbsystem wird derzeit erarbeitet. Eine Umsetzung ist laut der Ministerin bis 2008 möglich.


Experten befürworten Maßnahmen

Die heimischen Experten befürworten diese Maßnahmen. "Ich kann das nur unterstützen", so Michael Musalek, ärztlicher Leiter des Anton Proksch Instituts in Wien, der größten Suchtklinik Europas. Gebote und Verbote seien aber nur Teil eines Gesamtpaketes. Gleichzeitig müsse eine professionelle Kampagne die Jugendlichen über übermäßigen Alkoholkonsum aufklären und zu einem Imagewandel beitragen.


Auch BZÖ-Generalsekretär Grosz forderte eine Aufklärungskampagne zum Thema "Komatrinken", er bezeichnete aber die Ankündigungen von Kdolsky als "völlig planlos". "Drei unterschiedliche Personalausweise für Jugendliche einzuführen, ist an Umständlichkeit nicht zu überbieten." Der BZÖ-Generalsekretär regte einen einheitlichen Jugendpersonalausweis mit Chip an, der gleichzeitig als Lehrlings- bzw. Schülerausweis verwendet werden könne.
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