Attentat

Säure-Opfer bleibt im Tiefschlaf

Mysteriös bleibt das Attentat mit Ameisensäure auf einen Welser Taxifahrer - nur das Opfer selbst könnte die Ermittler einen Schritt weiterbringen. Doch Bernd B. (57) wird noch lange nicht einvernommen werden können, liegt nach einer Notoperation weiter im künstlichen Tiefschlaf im Linzer UKH. Sein Zustand gilt zwar als stabil, aber er ist durch die Verätzungen weiterhin in Lebensgefahr.

Die erste Spurenauswertung am Tatort in Krenglbach brachte die Fahnder kaum weiter. Etwa 50 Meter vom Taxi des Welsers entfernt lag die 1-Liter-Flasche, in der die Ameisensäure war. Direkt neben der Straße. „Entweder hat sie der Angreifer weggeworfen oder sie wurde aus dem Auto geschmissen“, so ein Ermittler.

Für die Fahnder kommen derzeit zwei Varianten in Frage. Erste Möglichkeit: Die Angaben des Taxlers, der vorher schon zweimal überfallen worden war, stimmen, und er ist während der Fahrt von einem etwa 25-jährigen Gast grundlos angegriffen worden. Zweite Möglichkeit: Bernd B. hat sich mit der Säure selbst verletzt und wollte das vertuschen. Warum auch immer. Für den Überfall spricht, dass sich niemand freiwillig mit Säure übergießen würde. Dagegen, dass es keine Beweise für einen Fahrgast als Attentäter gab. Auch Zeugen meldeten sich nicht.

Derzeit werden Auto und Säure-Flasche auf Spuren - etwa Fingerabdrücke - untersucht. „Erst die Aussage des Taxlers wird alles auflösen“, so ein Polizist.

Ameisensäure, (chemische Formel: HCOOH) ist eine farblose, stechend riechende Flüssigkeit, allein deren Dämpfe wirken schon ätzend. Neben Einsatz in der Chemischen Industrie wird sie auch in der Landwirtschaft, zum Konservieren von Futtermitteln und zur Schädlingsbekämpfung verwendet. Dazu kommen in stark verdünnter Form Anwendungen in der Medizin, vor allem in der Homöopathie bei Rheuma und Allergien.

 

 

Foto: Chris Koller

Dienstag, 11. Mai 2021
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