20.04.2007 13:46 |

Kubaner-Konten

Opposition kritisiert BAWAG-Methoden

Mit harten Worten haben die drei Oppositionsparteien Grüne, FPÖ und BZÖ am Freitag das Verhalten der BAWAG P.S.K. im Zusammenhang mit den so genannten „Kubaner-Konten“ kritisiert. Die Bank, die gerade vom US-Fonds Cerberus übernommen wird, hatte rund 100 in Österreich lebenden Kubanern - wir berichteten - die Geschäftsverbindungen gekündigt, nunmehr will sie beim US-Finanzministerium eine Ausnahmegenehmigung dafür beantragen.

Die Grünen orten „katastrophales Krisenmanagement“. „Das Vorgehen der BAWAG war von Beginn an eine Katastrophe. Aber dass die Bank jetzt, nachdem sie hundert Personen kubanischer Herkunft das Konto gekündigt hat, auch noch auf die absurde Vorstellung kommt, bei den US-Behörden um eine Ausnahmegenehmigung anzusuchen, schlägt dem Fass den Boden aus“, so der stellvertretende Klubobmann Öllinger. Die BAWAG demonstriere damit ihre Ignoranz von österreichischem und EU- Recht.

„Vorauseilende Übererfüllung nicht gestellter Anforderungen bleibt eine österreichische Spezialität“, meinte der Vorsitzende des Banken -U-Ausschusses, Martin Graf von der FPÖ. „Mit dem Hinauswurf kubanischer Privatkunden wollte sich die BAWAG offenbar als Vorzugsschüler im Fach ‚vorauseilender Gehorsam’ erweisen.“ Die Begründung von BAWAG-Chef Nowotny, er habe nicht anders handeln können, sei „unhaltbar“, so Graf. Diese Aktion würde dem Finanzplatz Österreich nachhaltig schaden.

Auch BZÖ-Chef Westenthaler sieht die Reputation des Finanzplatzes Österreich durch „das katastrophale Missmanagement der BAWAG“ in Gefahr. FPÖ und BZÖ fordern daher die Neuausschreibung des Zahlungsverkehrs der Republik Österreich, der derzeit über die BAWAG P.S.K. abgewickelt wird.

Freitag, 14. Mai 2021
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