19.04.2007 19:53 |

Liebe in Schönbrunn

Pandas paaren sich vier Mal an einem Tag

Heftige Frühlingsgefühle dürften in diesem Jahr bei den beiden Pandas Yang Yang und Long Hui im Tiergarten Schönbrunn entfacht sein. Gleich vier Mal paarten sich die beiden Tiere am Donnerstag. Während die Pandas mit einem "relativ unspektakulären" und "nur einige Minuten dauernden" Liebesspiel am Vormittag begannen, folgten am Nachmittag drei 15-minütige Schäferstündchen.

Zum ersten Mal nach einem Jahr Abstinenz zeigten sich die etwa sechseinhalb Jahre alten Tiere um 11.00 Uhr im Innenteil ihres Geheges beim Liebesspiel, sagte Zoologin Regina Pfistermüller. Dabei habe es "große Action" mit Gebell und Verfolgungsjagden gegeben. Ab 14.30 Uhr widmeten sich Yang Yang und Long Hui vor den Augen der Besucher erneut ihren Frühlingsgefühlen.

Nach der dritten Paarung machten sich beim Weibchen die ersten Erschöpfungszeichen bemerkbar, so die Zoologin. Zwischen den Paarungen griff die Pandadame zu Bambuszweigen, am Nachmittag wurden den liebestollen Tieren Leckerbissen wie Äpfel und Karotten als Stärkung ins Gehege gebracht. Vor der letzten Paarung hatte Yang Yang aber offensichtlich genug: Sie vertrieb ihren Partner, der sich kurze Zeit später allerdings wieder von hinten anpirschte.

Empfängnis nur an drei Tagen pro Jahr möglich
Jederzeit sind weitere Paarungen möglich, erklärte die Zoologin. Der Donnerstag sei für die beiden Pandas jedoch sicher ein sehr anstrengender Tag gewesen. Die Wahrscheinlichkeit für Nachwuchs steigt mit der Zahl der Paarungen natürlich. Ob sich der Zoo bald über Panda-Babys freuen kann, bleibt aber noch abzuwarten.

Pandaweibchen sind nur zwei bis drei Tage im Jahr empfängnisbereit. Kommt es in diesem Zeitraum zur Paarung, ist immer noch fraglich, ob eine Befruchtung stattfindet. Ob Yang Yang schwanger ist, wird sich laut Pfistermüller frühestens in drei Monaten feststellen lassen.

Die Tragezeit der Tiere beträgt knapp fünf Monate. Frühestens kann also im Herbst mit Nachwuchs gerechnet werden. Panda-Babys sind bei der Geburt haarlos und mit 100 Gramm, was etwa dem Gewicht einer Tafel Schokolade entspricht, von allen Bären die kleinsten. Die ersten Lebenstage verbringen sie in einer Höhle mit der Mutter, die danach ihr Kleines auf durchaus menschliche Weise mit sich herum schleppt: Sie klemmt sich ihr Baby einfach unter den Arm.

Spitzname gesucht
Den Namen des Nachwuchses dürfen nach Schönbrunner Brauch wohl die Pfleger aussuchen - und es wird ein chinesischer werden. Dann fehlt aber noch ein Spitzname für den Kronprinzen bzw. die -prinzessin von "Sissi" und "Franzl", wie Yang Yang und Long Hui von den Wienern benannt wurden.

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