Viel zu trocken

Traumwetter im April wirft nur im Wald Schatten

Der Frühsommer im April macht den meisten Spaß - nur die Förster und Waldbesitzer sind besorgt: Obwohl es heuer insgesamt mehr als sonst geregnet hatte, ist es seit März durch die vielen heißen Traumtage und den Wind außergewöhnlich trocken. In unseren Wäldern steigt die Gefahr durch Borkenkäfer und Brände.

Freitag, der 13., um 3.48 Uhr früh in Waldhausen im Strudengau: Nachbarn entdeckten in einem Waldstück, das Franz S. (45) gehört, einen Brand. Hundert Quadratmeter Waldboden hatten Feuer gefangen. Die Feuerwehr löschte. Bei den Erhebungen stellte sich heraus, dass Veronika A. (47), die Schwester des Besitzers, am Vortag Asche ausgebracht hatte. Sie hatte Schädlingsholz verbrannt.

Ein aktueller Fall, der für die Gesamtsituation in Oberösterreich bezeichnend ist: „Es ist strohtrocken“, bestätigt Landesforstdirektor Walter Wolf: „Für den Borkenkäfer ist es gut, für die Waldbesitzer schlecht. Durch die Wärme hat der Käfer ideale Bedingungen. Wir rechnen in den nächsten Tagen mit dem ersten Ausschwärmen der Schädlinge, haben Käferfallen mit synthetischen Sexuallockstoffen installiert, die sofort Alarm schlagen.“

Durch den Orkan „Kyrill“ wurden eine Million bis 1,5 Millionen Festmeter Holz geschädigt. Im bäuerlichen Waldbesitz sind 70 bis 80 Prozent aufgearbeitet: „Es besteht natürlich überall Borkenkäfergefahr, besonders bei Einzelwürfen“, so Wolf: „Und wenn der Populationsdruck zu groß wird, befallen die Käfer auch gesunde Bäume.“

 

 

 

Foto: FF Bad Wimsbach-Neydharting

Samstag, 12. Juni 2021
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