Wettereinfluss

Spinnerei spürt Klimawandel

„Lenzing ist ein Herzstück Österreichs, ein Böhler, eine Voest“: Einen Auslands-Verkauf des Faser-Weltmarktführers hält ihr größter Kunde, Linz Textil-Chef Dionys Lehner, für eine Katastrophe. Das eigene Unternehmen konzentriert er mehr auf feine Garne. Nicht zuletzt wegen des Klimawandels…

„Anhaltend warmes Wetter schlägt sich in der Textilindustrie nieder“, so Lehner: „Wir spüren das dadurch, dass feine Garne für leichte Kleidung mehr nachgefragt werden.“ Bei der Ausweitung der Kapazität in Linz um fünf Prozent, die Lehner bis Juni durchziehen will, liegt der Schwerpunkt auf feinen Viskosegarnen. Vor dem Baubeginn steht das Werk in China, das ausschließlich für den chinesischen Markt produzieren soll - mit Fasern aus der China-Filiale der Lenzing AG.

Die enge Partnerschaft steht - weil Konkurrenten sonst Sonderkonditionen wittern würden - einer Beteiligung der Linz Textil an der Lenzing AG im Weg. Lehner rechnet mit ihrem Verkauf, warnt aber: „Ein Käufer, der die Technologie ins Ausland ziehen will, wäre das Ende.“ Auch Lehner selbst würde nicht mehr bei Lenzing kaufen, wenn es „nur mehr ein Zweigwerk in Europa“ wäre.

Die Linz Textil ist schuldenfrei und steht so gut da, dass sie durch Rückzahlung an die Aktionäre ihr Grundkapital auf sechs Millionen Euro halbieren kann.

 

 

 

Foto: Horst Einöder

Freitag, 07. Mai 2021
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