11.04.2007 13:45 |

Rasante Verbreitung

Allergien breiten sich epidemieartig aus

Allergien haben sich in den vergangenen Jahren laut dem Wiener Allergieforscher Rudolf Valenta "epidemieartig ausgebreitet". Bereits jeder Dritte ist betroffen. "In einigen Jahren werden fast die Hälfte der Österreicher Allergiker sein", ist der Mediziner überzeugt. Laut der Österreichischen Lungenunion lassen sich aber rund 600.000 Menschen hier zu Lande wegen der Krankheit nicht behandeln.

Früherkennung ist daher besonders wichtig. Denn wenn der Entzündungsprozess noch in Nase und Augen sitzt, lassen sich die Symptome gut bekämpfen, meint Norbert Vetter, der Leiter der 2. Internen Lungenabteilung im Wiener Otto-Wagner-Spital. "Gefährlich wird es, wenn die Entzündung in die Bronchien geht und es zu schweren Asthmaanfällen kommt."

Den Heuschnupfen sollte man nicht herunterspielen, meint Vetter. "Oft leiden Patienten unter einer Allergie, interpretieren diese als harmlosen Heuschnupfen und bagatellisieren sie." Das Risiko, an Asthma zu erkranken, sei bei Erwachsenen mit Heuschnupfen mehr als dreifach höher als bei Gesunden. Laut Vetter sind nur 15 bis 20 Prozent der heimischen Asthmatiker optimal behandelt.

Laut Valenta gebe es realistische Perspektiven für eine prophylaktische Impfung auf Basis gentechnisch hergestellter Allergene. "Hier geht es um ein völlig neues Impfkonzept", erklärte der Experte. "So wie wir heute Kleinkinder vor Tetanus oder Masern schützen, werden wir in aller Voraussicht nach in Zukunft Kinder mit hohem Allergie-Risiko vorbeugend impfen können."

Die österreichische Lungenunion plädiert für mehr Information für Betroffene und veranstaltet daher am 14. April im Wiener Rathaus den "Allergie- und Asthmatag". Von 9.30 bis 17.00 Uhr können alle Interessierte das Programm besuchen. Der Eintritt ist frei.

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