10.04.2007 13:12 |

Zu wenige Zivis

Österreich hat zu wenige Zivildiener

Seit langem hat es im Vorjahr wieder einen Zivildienermangel gegeben. Ausschlaggebend dürfte die Verkürzung der Dienstzeit von zwölf auf neun Monate sein. Wegen der Verkürzung um ein Viertel haben die Trägerorganisationen 2006 ein Viertel mehr Zivildiener angefordert (13.189). Zwar erreichten auch die Zuweisungen Rekord-Niveau (11.675), sie konnten jedoch nur 89 Prozent des Bedarfs decken.

Im Februar 2007 hat sich die Situation noch einmal deutlich verschärft: Nur noch 75 Prozent der angeforderten Zivildiener wurden vom Innenministerium tatsächlich zugewiesen - jede vierte Stelle blieb also unbesetzt. Zivildiener beschäftigen dürfen Blaulicht-Organisationen (Rettung, Feuerwehr), Sozial- und Behinderteneinrichtungen (z.B. Caritas, SOS-Kinderdorf) sowie öffentliche Gebietskörperschaften (z.B. Landeskrankenhäuser).

Besonders schwierig dürfte die Situation beim Roten Kreuz in der Steiermark, in Kärnten und in Niederösterreich sein. Im gesamten Jahr 2006 lag die Quote schließlich bei 88,5 Prozent - fast zwölf Prozent der Zivildienerstellen konnten also nicht besetzt werden.

Für das Innenministerium ist klar, dass durch die Verkürzung des Zivildienstes auch ein erhöhter Bedarf entsteht. Die Verkürzung sei jedoch von der Zivildienst-Kommission einstimmig beschlossen worden, so die Sprecherin von Innenminister Platter. Das Innenministerium könne nur jene Zivildiener zuweisen, die zur Verfügung stehen: „Wir können keine Zivildiener produzieren.“

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