04.04.2007 16:12 |

Wii-ntersport

SSX Blur

Während es draußen bereits grünt, blüht und die Vöglein zwitschern, schickt Electronic Arts Besitzer eines Wii mit "SSX Blur" noch einmal in den tiefsten Winter. Auf schneebedeckten Steilhängen können Videosportler die (Pisten-) Sau rauslassen.

Im Hauptmenü hat der Spieler erst einmal die Qual der Wahl: Neben einem schnellen Spiel und einem Multiplayer-Modus, in dem zwei Spieler per Splitscreen oder bis zu vier Spieler in einem Hotseat-Modus gegeneinander antreten können, steht ein Karriere-Modus zur Verfügung. Auf einen Online-Modus muss der Spieler bei der Wii-Version verzichten.

Im Karriere-Modus stürzt sich der Spieler nach der Wahl einer Spielfigur und eines Sportgerätes (Skier oder Snowboard) auf die Piste, um auf insgesamt drei Bergen in zahlreichen Events und Turnieren sein Können unter Beweis zu stellen. Egal ob Rennen, Slopestyle, Half-Pipe, Big Air, Slalom oder die Herausforderungen im Freeride-Modus: Jeder Wettbewerb verlangt dem Spieler einiges an Geschick ab.

Während es bei Rennen noch genügt, als Erster über das Ziel zu fahren, gilt es in den anderen Disziplinen ordentlich Punkte zu sammeln. Als besonders schwer erweisen sich die Turniere, in denen erfolgreich mehrere Events hintereinander absolviert werden müssen. Wer ordentlich siegt, bekommt unter Umständen nicht nur den fahrbaren Untersatz des Kontrahenten, sondern verbessert auch die eigene Kondition, um künftig noch schneller und besser über die Piste zu heizen.

Dass das allerdings nicht zu einfach zu bewerkstelligen ist, verdankt der Spieler der nicht gerade unkomplizierten Steuerung auf dem Wii. Während mit dem Nunchuck beschleunigt, gebremst, gehüpft oder nach links und rechts gecarvt sowie beim Grinden die Balance gehalten werden darf, werden mit der Wii-Mote die Bewegungen in der Luft vollführt. Trotz eines umfangreichen Tutorials dürfte der Spieler eine Weile brauchen, um sich an das Handling zu gewöhnen.

Als besonders schwer erweisen sich am Anfang die "Übertricks", die immer dann ausgeführt werden können, wenn sich die "Groove"-Anzeige durch Tricks randvoll gefüllt hat: Ein während eines Sprungs eingeblendetes Symbol muss mit der Wii-Mote nachgezeichnet werden. Gelingt die Luftmalerei, lassen sich in einem Zeitlupenmodus weitere Tricks ausführen, die dann natürlich wesentlich mehr Punkte einbringen.

Alternativ lässt sich die gefüllte Groove-Anzeige auch dazu verwenden, um mittels Boost-Funktion schneller über die anscheinend teilweise aus den Vorgänger-Spielen übernommenen Strecken zu jagen. Die Höhe des Groove-Levels ist zudem ausschlaggebend für die Dynamik der Musik, die sich dem eigenen Fahrstil anpasst. Je schneller die Musik, umso mehr Punkte können auch gesammelt werden.

Wo schon von Musik die Rede ist: Die klingt gewohnt gut, für EA-Spiele fällt der Soundtrack jedoch eher mager aus, so dass es häufiger zu Song-Wiederholungen kommt. Spieler müssen sich zudem mit englischsprachigen Kommentaren zufrieden geben. Grafisch ist "SSX Blur" - für Wii-Verhältnisse - eine echte Augenweide und kann trotz einiger Ruckler mit schönen Strecken, glitzerndem Schnee und hübschen Sonneneffekten überzeugen.

Fazit: "SSX Blur" macht definitiv eine Menge Spaß, braucht aber auch - gerade im Slalom oder bei den Übertricks - eine lange Einarbeitungszeit, um sich an die Steuerung zu gewöhnen. Durchhaltevermögen ist also angesagt, um während der ersten Spielstunden nicht dem Frust zu erliegen. Danach steht einem rasanten Fahrspaß bei netter Optik nichts mehr im Wege.

Plattform: Wii
Publisher: Electronic Arts
Krone.at-Wertung: 86%

von Sebastian Räuchle

Mittwoch, 23. Juni 2021
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