02.04.2007 18:32 |

Psychisch krank

Jeder vierte Österreicher psychisch krank

Fast ein Viertel aller Österreicher leidet im Laufe eines Jahres unter einer psychischen Erkrankung. Daraus ergeben sich jährliche Kosten von 7,16 Milliarden Euro, was drei Prozent des Bruttonationalproduktes entspricht. Zu dieser Schlussfolgerung kommt eine in Europa durchgeführte, gesundheitsökonomische Studie. Experten rechnen in den kommenden Jahrzehnten mit einem deutlichen Anstieg der Kosten.

"Cost of Disorders of the Brain in Europe" ist der Titel der Studie, in der Daten aus 28 Ländern zusammengefasst wurden. Die Untersuchung wurde am Montag in Wien präsentiert. Das Resultat für Österreich: Nur fünf psychiatrische Erkrankungen verursachen Kosten in der Höhe von 7,16 Milliarden Euro. Dabei ist der Anteil von Depressionen und bipolaren Störungen (z.B. manisch-depressiv) mit 2,46 Milliarden Euro am höchsten, gefolgt von Suchterkrankungen mit 1,44 Milliarden Euro. Auf jeden Österreicher entfallen somit pro Jahr 888 Euro.

31 Prozent der Gesamtkosten entstehen durch Arbeitsausfall in Folge von Krankenständen, 21 Prozent durch Krankenhausbehandlung, nur drei Prozent verursachen medikamentöse Behandlungen. Von den 2005 erfassten drei Millionen Krankenstandsfällen entfielen 51.101 auf psychische Erkrankungen, was mehr als 1,5 Millionen Krankenstandstage bedeutet. Die volkswirtschaftlichen Kosten betragen 134,15 Millionen Euro pro Jahr.

Etwa 848.000 Österreicher leiden an einer Angsterkrankung, also zum Beispiel einer Panikstörung, 479.000 an Depressionen. Die höchsten jährlichen Kosten pro Krankheitsfall entstehen allerdings durch Demenzerkrankungen, nämlich 13.635 Euro.

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