01.04.2007 14:57 |

Weltrekord & Gold

Phelps mit Weltrekord zum siebten Titel

Michael Phelps hat am Sonntag mit seinem fünften Weltrekord seine siebente Goldmedaille gewonnen und damit für eine neue WM-Bestmarke gesorgt. Dennoch war der Schlusstag der Schwimm-WM in Melbourne für den US-Superstar nicht perfekt. Der 21-Jährige wurde um seine Chance auf acht WM-Titel gebracht, weil die vier Mal 100 Meter Lagen -Staffel der USA im Vorlauf wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert wurde. Der frühere Schwimmer Ian Thorpe hat unterdessen Dopinganschuldigungen entschieden zurückgewiesen.

Wie zum Trotz pulverisierte Phelps daraufhin am Nachmittag in 4:06,22 Minuten seinen eigenen Weltrekord über 400 Meter Lagen. Seine alte Bestmarke vom Olympia-Finale 2004 in Athen lag bei 4:08,26. Phelps löschte mit seinem siebenten Titel ausgerechnet den Rekord des unter Dopingverdacht stehenden Australiers Ian Thorpe aus, der 2001 in Fukuoka sechs Goldmedaillen bei einer WM geholt hatte.

Der Traum von acht WM-Goldmedaillen hatte sich für Phelps bereits am Vormittag in Luft aufgelöst. Allerdings ohne das geringste Verschulden des Superstars selbst. Ausgerechnet Ian Crocker, den Phelps am Vortag über 100 Meter Delfin erst im Anschlag bezwungen hatte, sprang im Staffel-Vorlauf zu früh ins Wasser. Das US-Team wurde folgerichtig disqualifiziert.

Über 1.500 Meter wurde ausgerechnet in dessen Heimat die Regentschaft von Grant Hackett beendet. Der 26-Jährige verlor in seiner Spezialdisziplin erstmals seit 1996 ein Rennen, belegte nur Platz sieben. Der Australier war schon über 800 Meter leer ausgegangen und hatte über 400 Meter nur Bronze gewonnen.

Als Schwimmerin mit den außergewöhnlichsten Leistungen wurde die Französin Laure Manaudou mit zwei Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Für den abschließenden Weltrekord der hochklassigen WM sorgte aber eine 17-Jährige: Die US-Amerikanerin Katie Hoff siegte über 400 Meter Lagen in 4:32,89 Minuten souverän und verbesserte damit die Bestmarke der Ukrainerin Jana Klotschkowa (4:33,59).

Thorpe weist Dopinganschuldigungen zurück
Der frühere Schwimmer, der Australier Ian Thorpe, hat unterdessen Dopinganschuldigungen am Sonntag entschieden zurückgewiesen. Der 24-Jährige, der seine Karriere bereits im November beendet hatte, war am Vortag über einen Test mit unnatürlich hohen Werten der körpereigenen Hormone Testosteron und LH informiert worden. Thorpe versicherte in einer Pressekonferenz in Melbourne, den Grund dafür nicht zu kennen. "Ich habe nie betrogen."

Der fünffache Olympiasieger versprach, der australischen Anti-Doping-Behörde (ASADA) sämtliche medizinischen Berichte zur Verfügung zu stellen und alles Mögliche zu tun, um den Fall aufzuklären. Das Wichtigste sei ihm, seinen Ruf wieder herzustellen. "Das ist das Wertvollste, das ein Athlet besitzt", erklärte Thorpe. "Aber das ist vielleicht die Kehrseite der Medaille. Alles, was ich erreicht habe, steht jetzt hinter einem Fragezeichen."

Der Australier kritisierte vor allem, dass die Presse noch vor ihm selbst von dem abnormalen Testergebnis erfahren hatte. Die französische Sportzeitung "L'Equipe" hatte den Fall am Freitag mit einem Bericht ins Rollen gebracht, wonach die ASADA eine auffällige Probe Thorpes - laut eigenen Angaben einer der am meisten getesteten Athleten der Welt - auf Grund unzureichender wissenschaftlicher Beweise nicht weiterverfolgt habe.

Thorpe: "Will Held bleiben"

Der Weltverband FINA, bei dem sich Thorpe in seiner aktiven Zeit nicht nur Freunde gemacht hat, hatte am Samstag eine Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne offiziell gemacht, durch die der bereits im Mai 2006 abgegebene Test neu ausgewertet werden soll. "Viele Menschen verstehen diese komplizierten Verfahren nicht. Daher wird man verurteilt", bedauerte Thorpe. "Ich bin für viele Menschen ein Held und das will ich auch bleiben."

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