23.03.2007 14:32 |

Verhüterli verteilt

Sexualkunde mit der Ministerin

Es gibt sie in allen erdenklichen Farben, große und kleinere, manche schmecken nach Erdbeere, andere nach Dessertbananen - so facettenreich wie die Anwendungsmöglichkeiten ist auch die Gestaltung von handelsüblichen Kondomen. Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky warnte Donnerstag in einer Wiener Schule vor AIDS und anderen Geschlechtskrankheiten - und verteilte die Verhüterli wie angekündigt höchstpersönlich an die Jugendlichen. Unterricht einmal anders.

Wann kommt schon eine Ministerin in den Unterricht? Und wann bringt sie dabei Kondome mit? Die 15-Jährigen des Gymnasiums Hegelgasse in der Innenstadt freuten sich, als Andrea Kdolsky Donnerstag ihre Klasse besuchte. Mit dabei eine prall gefüllte Kondombox, eine grüne Gummi-Erektion im Blumentopf und Plakate von anatomisch korrekt gebauten Fast-oben-ohne-Studentinnen und -Studenten. So sehr auch gelacht und gescherzt wurde, so ernst war der Anlass.

„Das ist kein normaler Sexualkundeunterricht“, leitete die Gesundheitsministerin ein. „Zum Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen helfen nur Kondome.“ Syphilis, AIDS, ständig Neuerkrankungen - für Kdolsky Grund genug, um in den heimischen Schulen mit einer großen Verteilungsaktion zu beginnen. Die Schüler hatte sie damit auf ihrer Seite: „Die Ministerin ist sehr locker und lieb.“

Von Michael Pommer, KronenZeitung - Foto: Martin A. Jöchl

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