21.03.2007 16:55 |

Im Knast gedealt

Im Gefängnis mit Handys und Haschisch gehandelt

Ein Grazer Justizwachebeamter ist wegen Verdachts des Suchtgifthandels verhaftet worden. Der 51-Jährige soll von Herbst 2006 bis Jänner 2007 rund ein Kilo Cannabisharz in die Justizanstalt Graz-Karlau geschmuggelt haben. Bereits zuvor soll der Beamte Handel mit Handys in der Justizanstalt betrieben haben.

Am 22. Jänner wurde der 51-Jährige von Kriminalbeamten abgeholt. Der Verdächtige gestand, monatelang Handys an Häftlinge verkauft zu haben. Er wurde suspendiert, blieb aber auf freiem Fuß. Sein Motiv für die kriminellen Machenschaften war Frustration. Ende 2005 war er wegen kleiner Verfehlungen degradiert worden. Wochen nach dem Geständnis packte dann eine 67-jährige Frau - in der Szene als "Koks-Oma" bekannt - aus. Sie hätte mit Hilfe des 51-Jährigen Cannabis in das Gefängnis geschmuggelt.

Am 2. März wurde der Verdächtige neuerlich festgenommen. Unter der Last erdrückender Beweise gab der Grazer zu, dass er von der "Koks-Oma" etwa ein Kilo Cannabis bekommen hätte. Das "Gift" wurde von einem Freigänger überbracht und in einer Grazer Wohnung deponiert. Der 51-Jährige soll die Ware übernommen und als "Bekleidung" in die Anstalt geschmuggelt haben.

Wie viele Häftlinge wie lange von den Drogen zehrten, lässt sich nicht nachvollziehen. Bezahlt wurde jedenfalls mit Schwarzgeld oder Tabak.

von M. Niederl, Kronen Zeitung

Freitag, 18. Juni 2021
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