15.03.2007 16:55 |

Krimi um die Kugel

Svindal gewinnt Super G vor Raich - Strobl trat ab

Aksel Lund Svindal hat am Donnerstag beim alpinen Weltcup-Finale in Lenzerheide den Super G gewonnen. Der Norweger siegte 0,13 Sekunden vor Benjamin Raich, der seine besten Karriere-Platzierung in dieser Disziplin erreichte. Im Kampf um die Große Kristallkugel holte Svindal weiter auf. Er hat vor den abschließenden Rennen in Riesenslalom und Slalom nur noch einen Rückstand von drei Punkten auf Raich, der die Wertung mit 1.155 Zählern anführt.

"Es sind zwei Topfavoriten, die die Kugel holen wollen, ich werde alles versuchen", sagte der österreichische Vorjahressieger, der Favorit ist. US-Boy Bode Miller holte sich - wie schon 2005 - die Disziplin-Wertung. Er gewann vor Didier Cuche (Schweiz) und John Kucera (Kanada).

Fritz Strobl gibt seinen Rücktritt bekannt
Das Rennen war gekennzeichnet vom Rücktritt des Österreichers Fritz Strobl. Das ist der größte Tag heute für mich, weil so viele Emotionen frei werden", sagte der 34-jährige Kärntner.

Alle Eingeweihten haben dicht gehalten, und auch Strobl hat sich in den vergangenen Tagen seine Entscheidung nicht entlocken lassen. Im Starthaus zog er die Rennkleidung aus und inspiriert von seinem Hitparaden-Song "Genie auf Ski" eine Mozartverkleidung an und nahm sein letztes Weltcuprennen mit aller Lockerheit in Angriff.

Bilder von Strobls Mozart-Auftritt in der Info-Box!

Das erste Mal auf seiner Abschiedsfahrt bremste er sich bei FIS- Renndirektor Günter Hujara für eine Umarmung ein, danach klatsche er mit den Trainern auf der Piste ab. Im Zielraum warf Strobl Mozarttaler und -Kugeln ins Publikum, ehe er sich von Teamkollegen auf Schultern tragen ließ. Danach gab der "Mozart der Mausefalle" offiziell seinen Rücktritt bekannt.

Der zweifache Familienvater, der neun Weltcuprennen gewonnen hat und seine Sternstunde 2002 bei den Winterspielen in Salt Lake City mit dem Goldmedaillengewinn erlebte, beendete nach der Enttäuschung bei den Winterspielen 2006 in Turin seine Karriere nun als aktueller Teamweltmeister und Super-G-Vizeweltmeister.

Das hat ihm bei der Entscheidungsfindung ein wenig geholfen: "Es taugt mir immer noch, das Skifahren, aber ich lasse es trotzdem. Ich höre mit Freude daran auf." Beim Sesseliftfahren in der Früh seien ihm die Tränen gekommen, gab er zu. Doch nun warten seine Frau Bettina und die Söhne Mario und Simon. "Ich werde nun mehr Zeit für meine Familie haben, ich möchte mich bedanken."

ÖSV-Alpinchef Hans Pum lässt Strobl mit Wehmut ziehen: "Schade, dass er aufhört. Er hat viel für Österreichs Skisport getan." Aksel Lund Svindal zollte dem Kärntner Respekt: "Er ist echt ein cooler Typ. Schade, dass er nicht mehr dabei ist."

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